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Tipps zur Beratung bei mangelhafter Haltung

Oftmals kommt man in die Situation, dass man eine mangelhafte Haltung feststellt und den Halter dahingehend beraten möchte, dieser jedoch dafür nicht offen ist.

Im Folgenden findet Ihr einige Tipps zur Beratung von „beratungsresistenten“ Haltern.

Kenntnis der Gegenargumente:
Ihr solltet die Gegenargumente zur artgerechten Kaninchenhaltung gut kennen, damit Ihr entsprechend vorbereitet hierauf reagieren könnt. Beliebt sind zum Beispiel:

„Es ist doch nur ein kleines Kaninchen, das braucht doch nicht so viel Platz!“
Antwortmöglichkeiten:
Macht den Vorschlag, dass sich die Halter drei Tage im Minigästeklo einsperren lassen sollen, nur mit Essen und Trinken ohne jegliche Unterhaltung. Nach einem Tag Dauersitzen und Langweilen auf dem Klodeckel sollten sie eigentlich überzeugt sein, dass ein Kaninchen mehr Platz braucht!

„Dem geht es ganz gut allein!“
Antwortmöglichkeiten:
• „Es macht viel mehr Spaß, mehreren lebhaften Tieren zuzugucken, wie sie miteinander kuscheln, spielen, toben und Haken schlagen, als einem einzelnen, im Käfig hockenden Tier.“
• “Haben Sie schon mal Wildkaninchen beobachtet? Sie sind immer in Gruppen unterwegs, weil sie das lieben und sich so sicherer und geborgener fühlen. So ist es auch bei Hauskaninchen.“

„Aber das Trockenfutter gibt es doch überall zu kaufen, wieso sollte es dann nicht verträglich für die Kaninchen sein?“ / „Unsere Züchterin füttert auch Trockenfutter“.
Antwortmöglichkeiten:
• „Züchter haben andere Ziele für ihre Tiere, zum Beispiel möchten sie, dass ihre Kaninchen schnell fett werden, damit sie früher geschlachtet werden können. Aber Sie möchten doch möglichst lange Freude an Ihrem Tier haben, oder?“
• „Würden Sie gern jeden Tag das selbe essen? Zum Beispiel jeden Tag immer nur trockenes Brot?“
• „Das Trockenfutter im Zoohandel ist sehr teuer. Die Hersteller machen damit einen hohen Profit, deswegen wird es verkauft. Gesund ist es deswegen noch lange nicht.“
• „Wenn Sie Frischfutter, Gemüse und Obst der Saison verfüttern, können Sie auf das viel teurere Trockenfutter verzichten, sparen also Geld, und Ihr Kaninchen ist gleichzeitig artgerechter ernährt!“

„Beim Tierarzt waren wir noch nie, unsere Kaninchen sind eigentlich immer gesund!“
Antwortmöglichkeiten:
• „Gehen Sie selbst auch nie zu jährlichen Kontrolluntersuchungen zum Arzt, auch wenn Sie sich gesund fühlen?“
• “Leider kann das Kaninchen nicht unsere Sprache sprechen, deswegen erkennen wir oft gar nicht, wenn ihm etwas fehlt – oder wir erkennen es erst, wenn es zu spät ist.“

Das Umfeld einbeziehen:
Gehört das Kaninchen zum Beispiel dem Kind und Ihr argumentiert mit dem Vater – bezieht wenn möglich andere Familienmitglieder mit in das Gespräch ein. So könnt Ihr auf verschiedenen Ebenen versuchen, etwas zu erreichen, und die Familie wird sich sicherlich später darüber unterhalten und austauschen.

Die eigene Haltung als Alternative zeigen:
Vielfach können sich Kaninchenhalter gar nicht vorstellen, wie eine alternative, artgerechte Haltung aussehen könnte. Ihr könnt also solchen Haltern zum Beispiel einmal Eure eigenen Tiere zeigen - wie schön Tiere mit Artgenossen umgehen, wie frei und fröhlich sie sich im Auslauf bewegen. Oder man kann kleine Videos zeigen, wie Kaninchen im Auslauf Haken schlagen oder sich gegenseitig pflegen.

Die „Bohr-Taktik“:
Versucht nicht, alle Eure Verbesserungsvorschläge auf einmal loszuwerden. Der Halter könnte sich überfordert fühlen und noch mehr blockieren.
Besser ist es, nach und nach immer einmal wieder einen kleinen Verbesserungsvorschlag zu machen, also mit einer Sache anzufangen und dann suk-zessive weitere Haltungsverbesserungen anzusprechen.

Lobkultur:
Personen, denen keine Vorwürfe gemacht werden und denen nicht aufgelistet wird, was sie alles falsch machen, sind eher zugänglich für Veränderungen.
Also: Erstmal loben („Super, dass sie ab und zu Karotten füttern!“) und dann den Verbesserungsvorschlag hinterher schieben („Möhren sind ein guter Ansatz - und haben Sie schon einmal versucht, zusätzlich noch Gurken, Pastinaken etc. zu füttern? Das mögen Kaninchen auch super gern!“).

Ein kommunikativer Trick ist auch, statt 'aber' 'und' zu verwenden: "Sie haben ganz tolles Heu für die Kaninchen, aber es wäre gut, wenn sie täglich auch frische Sachen bekommen, um rundum gut versorgt zu sein." vs. "Sie haben ganz tolles Heu für die Kaninchen, und wenn sie täglich auch frische Sachen bekommen, dann sind sie erst einmal rundum gut versorgt.“

Veränderungen für Halter einfach machen:
Macht den Haltern eine Haltungsverbesserung möglichst einfach: Sagt Ihnen zum Beispiel, wo man was bekommt (beispielsweise eine konkrete Online-Adresse für Gehege-Elemente). Die Recherche kostet die "Ahnungslosen" auch schon Zeit, daher steigen die Chancen für eine erfolgreiche Beratung, wenn man den Haltern schon im Vorfeld etwas abnimmt.

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