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Sicherer Transport von Kaninchen


Kaninchen müssen oftmals transportiert werden, zum Beispiel beim Einzug, um Urlaubsquartiere oder den Tierarzt zu erreichen.

Transportboxen können aber auch im Gehege als Einrichtungsgegenstand, beispielsweise als Haus, integriert werden, was den Vorteil hat, dass die Tiere sich an ihre Box gewöhnen. Auch bei bestimmten Erkrankungen (z.B. Enzephalitozoon culiculi / EC) bietet es sich an, eine Transportbox im Gehege aufzustellen, da diese kranken Tieren Sicherheit und Stabilität bietet. Gute Transportboxen sind nicht teuer und eine Anschaffung absolut empfehlenswert.

Eine gute Transportbox sollte immer griffbereit sein (zum Beispiel für eilige Tierarztbesuche).

Was muss eine gute Transportbox bieten?

  • Eine gute Transportbox muss möglichst dunkel sein, damit sich die Tiere darin sicher fühlen. Das minimiert Stress. Dennoch sollte es keine komplett dunkle Kiste sein, denn viele Tiere fühlen sich sicherer, wenn sie ihre Umgebung im Blick haben.
  • Es müssen ausreichend Luftlöcher oder Luftschlitze vorhanden sein.
  • Oftmals fangen sich unsere Lieblinge ansteckende Keime ein. Um andere Tiere nicht zu gefährden, muss die Transportbox gut desinfizierbar sein (glatte Kunststoffoberfläche).
  • Die Box sollte große Öffnungen (möglichst oben und/oder an einer Seite) haben, damit Sie die Tiere leicht herausheben können und nicht zerren müssen.
  • Gitter sind ungeeignet, da sich die Tiere bei Panikanfällen darin verfangen können.
  • Die Box muss stabil sein, denn je nach Gewicht Ihrer Tiere muss sie bis zu einigen Kilogramm aushalten.
  • Transportboxen sollten so groß sein, dass sich jedes Tier darin ausstrecken und um die eigene Achse drehen kann. Neben großen Kaninchentransportboxen sind unter anderem auch kleine Transportboxen für Katzen oder Hunde geeignet (vor allem für Riesen). Transportieren Sie nicht zu viele Tiere gleichzeitig in einer Box. Viele Kaninchen stehen unter Stress und neigen dazu, Artgenossen anzugreifen. Wenn Sie wissen, dass eines Ihrer Tiere zu Stressreaktionen neigt, wählen Sie direkt mehrere Boxen.
  • Außerdem sind ein Schultertragegurt und Seitentaschen von Vorteil, aber kein Muss.

Ungeeignete Transportsysteme:

  • Offene Boxen und Klappkörbe: HIer besteht die Gefahr, dass die Tiere herausspringen (auch wenn Sie diese mit einem Tuch abdecken). Andere Tiere (zum Beispiel Hunde beim Tierarzt) machen Ihren Kaninchen Angst und stressen sie. Aus einem offenen Transportkorb könnten sie flüchten und sich dabei möglicherweise verletzen.
  • Offene Tragetaschen: Sie sind schlecht desinfizierbar und bieten den Tieren nicht genügend Standsicherheit. Die Tiere können unter Umständen darin ersticken. Ansonsten bestehen die gleichen Nachteile wie bei allen offenen Transportboxen.
  • Geschlossene Pappkartons: Die Tiere urinieren (vor allem bei längeren Fahrten) hinein, das Papier durchweicht und es besteht die Gefahr, dass beim Hochheben des Kartons der Boden durchbricht. Der Karton wird evtl. von den Tieren angenagt und die Tiere können entkommen. Falls Sie einen Pappkarten im Notfall nutzen müssen, machen Sie unbedingt ausreichend Luftlöcher hinein!
  • Weidenkörbe (zum Beispiel für Katzen): Auch diese werden angenagt und sich undicht, wenn die Tiere urinieren. Außerdem lassen sie sich nach einem Transport eines kranken Tieres nur schlecht desinfizieren.
  • Käfige: Sie sind schwer und unhandlich und bieten den Tieren nicht die nötige Geborgenheit. Bei Kälte können die Tiere im Käfig schnell auskühlen und durch Luftzug Erkältungen bekommen. Decken Sie den Käfig notfalls mit einer Decke oder einem Tuch ab. Ein Transport im Käfig bietet aber den Vorteil, dass die Tiere im Käfig eine größere Bewegungsfreiheit haben (vor allem, wenn Sie längere Strecken zurücklegen müssen). Wenn Sie einen Käfig nutzen, dann tragen Sie immer von unten und niemals am Gitteroberteil.
  • Transportboxen aus Stoff: Sie sind nur dann geeignet, wenn sie eine ausreichende Stabilität bieten und zur Desinfizierung (ab-)waschbar sind.

Wie polstert man die Transportbox?
Damit die Tiere sicher sitzen und nicht herumrutschen, legen Sie am besten ein Handtuch, eine Fleecedecke oder einen kleinen Teppich in die Box. Alternativ können Sie Stroh oder Heu in die Box geben. Dies sehen viele Tierärzte jedoch ungern. Wenn Sie mit der Transportbox unterwegs sind, beachten Sie bitte:

  • Sollte sich am Deckel ein Griff befinden, acten Sie darauf, dass die Box gut verschlossen ist. Sollten sich die Verschlüsse öffnen, können die Tiere herausfallen, sich verletzen und fortlaufen. Tragen Sie die Box möglichst so, dass Sie sie am Boden unterstützen!
  • Stellen Sie die Tiere nicht in der prallen Sonne, im eisigen Wind oder auf gefrorenem Boden ab und vermeiden Sie jeglichen Luftzug.
  • Halten Sie die Box möglichst waagerecht und schwenken Sie diese nicht unnötig herum.
  • Stellen Sie bei längeren Fahrten unbedingt Trinkwasser und Futter (Heu und Frischfutter) zur Verfügung. Wasser können Sie in Flaschen mitnehmen und den Tieren aus kleinen Schalen anbieten. Alternativ können Sie für kurze Fahrten auch wasserhaltiges Gemüse (zum Beispiel Gurken) in die Transportbox legen.
  • An warmen Tagen müssen Sie auf eine ausreichende Belüftung achten. Kaninchen können nicht schwitzen und daher schnell einen Hitzschlag erleiden, wenn sie die Wärme nicht abgeben können. Transportieren Sie die Tiere in den Sommermonaten also am besten in den kühlen Morgen- oder Abendstunden.
  • Im Winter sollten Sie die Box abdecken (Decke oder Handtuch) und so vor Wind und Kälte schützen. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn Ihre Tiere in Innenhaltung leben. Aber auch Tiere aus Außenhaltung können in der Box schnell auskühlen. Zusätzlich sollten Sie den Tieren eine Wärmflasche oder besser einen SnuggleSafe in die Box geben (zum Beispiel unter die Decke, damit die Tiere keinen direkten Kontakt haben). Wenn Sie länger unterwegs sind, bedenken Sie bitte, dass Sie sowohl die Wärmflasche zum Beispiel mit heißem Wasser aus einer Thermoskanne wie auch ein SnuggleSafe unter Umständen wieder erwärmen müssen (Tierärzte nutzen oftmals SnuggleSafes und haben eine Mikrowelle. Bitten Sie darum, den SnuggleSafe zu erwärmen, bevor Sie die Praxis verlassen). Auch kranke Tiere müssen in bestimmten Fällen gewärmt werden. Auch hier eignen sich eine Wärmflasche oder ein SnuggleSafe.

Sicherer Transport im Auto und im Zug:

  • Die Tiere müssen häufig mit dem Auto transportiert werden: Der ADAC hat in einer Studie gezeigt, dass Transportboxen im Fußraum der Rücksitze (hinter Fahrer- oder Beifahrersitz) oder aber im Kombikofferraum quer und direkt hinter den Sitzlehnen am sichersten aufgehoben sind. Dann sollte der Laderaum außerdem zusätzlich mit einem stabilen Trenngitter versehen werden. Von einer Sicherung der Boxen mit Sicherheitsgurten ist dringend abzuraten. Bei einem Aufprall schneidet der Sicherheitsgurt in das Material der Box und wird das Tier unweigerlich verletzen oder sogar töten!

    Auf keinen Fall sollten Sie die Tiere im Auto belassen, wenn Sie noch Besorgungen machen müssen. Wenn Sie im Sommer ein Fenster öffnen oder die Klimaanlage laufen lassen, achten Sie darauf, dass die Tiere keinen Luftzug bekommen. Im Winter sollten Sie die Heizung nicht zu stark aufdrehen, damit die Tiere sich durch den abrupten Temperaturwechsel zwischen warmer Wohnung und Auto und den kühlen Außentemperaturen nicht erkälten.

  • Oftmals kommt es vor, dass Kanincen mit dem Zug transportiert werden müssen: In diesem Fall achten Sie bitte darauf, dass die Tiere nicht zu nah an den Gleisen oder auf dem kalten Boden stehen. Ggf. umgeben Sie die Box mit einer Decke oder einem Tuch, damit die Tiere keinem Stress durch einfahrende Züge oder Mitreisende ausgesetzt sind. Falls Sie viel Gepäck haben (zum Beispiel auch für Ihre Tiere), eignen sich vor allem Transportboxen, die einen Schultertragegurt oder Rucksacktragegurte haben.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Kaninchen eine gute Fahrt!