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Blasenentzündung (Cystitis) beim Kaninchen


Das häufige Aufsuchen der Toilette, das Anheben des Hinterteils beim Urin absetzen, eine gekrümmte Körperhaltung oder gar sichtbares Blut im Urin – all das können Zeichen einer Blasenentzündung sein.

Wie entsteht eine Blasenentzündung beim Kaninchen und wie ist sie zu behandeln?

Für eine Blasenentzündung gibt es diverse Ursachen:

  • Blasengries oder Blasensteine:
    Durch die mechanische Reizung durch vorhandenen Gries oder gar Steinen sowie den dadurch für Bakterienbesiedlung günstigen pH-Wert entsteht eine Entzündung der Blasenschleimhaut.
  • Schmierinfektion:
    Durch beim Putzen eingeleckte Keime aus dem Enddarmbereich, die über die Harnröhre in die Blase aufsteigen, entsteht eine bakterielle Infektion der Blase. Diese Gefahr besteht vor allem bei oder nach Durchfallerkrankungen. Auch widrige Haltungsbedingungen mit sehr schmutziger Streu können für eine Schmierinfektion sorgen.
  • Blasenlähmungen/Inkontinenz:
    Durch verschiedene Primärerkrankungen kann es zu einer Blasenlähmung kommen. Auch eine alters- oder hormonellbedingte Inkontinenz kommt bei Kaninchen hin und wieder vor. Nässen die Tiere sich hierdurch ein, können sich leicht Keime im Anogenitalbereich ansiedeln und in die Blase aufsteigen.
  • Fehlstellungen des Penis bei männlichen Tieren:
    Hier kann es ebenfalls zum Problem des Einnässens und den damit verbundenen Folgen kommen.
  • Unterkühlungen/Immunsystemschwäche:
    Obwohl Kaninchen Kälte in der Regel sehr gut verkraften, kann es durch länger andauernde Unterkühlung in Verbindung mit einer Schwäche des Immunsystems zu einer höheren Infektanfälligkeit – unter anderem für Blasenentzündungen – kommen.

Grundsätzlich treten Blasenentzündungen beim Kaninchen öfter bei weiblichen Tieren auf, da ihre Harnwege kürzer und weiter und somit anfälliger für Infektionen sind.

Doch nicht jeder veränderte Urin ist schon ein Zeichen eines krankhaften Zustands. Kaninchen scheiden im Normalfall schon leicht getrübten, gelben bis hellbraunen Urin aus. Durch diverse Pflanzeninhaltsstoffe kann sich der Urin verfärben: Von sehr dunkel über orange, rot und pink ist alles möglich. Pflanzen, die den Urin deutlich einfärben können, sind zum Beispiel Löwenzahn, Rote Beete, Möhrengrün und Haselnuss.

Urinveränderungen und ihre Ursachen:

  • orange oder rötlich verfärbter Urin:
    Das Kaninchen hat vermutlich eine Pflanze mit färbenden Pflanzeninhaltsstoffen gefressen.
  • dickflüssiger und/oder sandiger Urin, der fest wird, sobald er trocknet:
    Das Kaninchen scheidet vermutlich Blasengries aus. Ursachen sind eher selten fütterungsbedingt, da Kaninchen einen besonderen Kalziumstoffwechsel besitzen. Es ist auf eine hohe Flüssigkeitszufuhr (Frischfutter) zu achten und das Tier einem Tierarzt vorzustellen.
  • sehr klarer Urin:
    Dies kann ein Hinweis auf Kalziummangel oder eine nachlassende Nierenleistung sein. Bei wiederholtem Auftreten sollte das betroffene Kaninchen tierärztlich untersucht werden.
  • normaler Urin mit rötlichen Schlieren:
    Hier kann es sich um Blutbeimengungen im Urin handeln. Der Gang zum Tierarzt ist umgehend nötig.

Hinweis:
Ein durchgehend gleichmäßig verfärbter Urin ist in der Regel kein Anlass zur Sorge. Finden sich jedoch andersfarbige Schlieren im Urin, sollte das Kaninchen einem Tierarzt vorgestellt werden.

Zeigt das Kaninchen Anzeichen einer Blasenentzündung, also zum Beispiel Urintröpfeln, häufiges Aufsuchen der Toilettenschale, Unsauberkeit, einen eingenässten Anogenitalbereich und/oder Zeichen von Schmerz wie eine gekrümmte, angestrengte Körperhaltung beim Urin absetzen, sollte in jedem Fall schnellstmöglich ein Tierarzt aufgesucht werden!

Schwere Blasenentzündungen werden in der Regel immer mit einem Antibiotikum und Schmerzmittel behandelt. Unterstützend sollte dem Kaninchen viel wasserreiches Grünfutter gereicht werden. Auch eine naturheilkundliche oder alternative Unterstützung der Erkrankung ist natürlich möglich. Dennoch sollte beim Verdacht auf eine Blasenentzündung auch immer ein Röntgenbild in Erwägung gezogen werden, um die Ursache „Blasengries/Blasenstein“ von einer rein bakteriellen Ursache abgrenzen zu können.