Kaninchenschutz e.V.

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Abgabe und Vermittlung von Kaninchen


Sie müssen leider Ihre Kaninchen abgeben?
Gründe dafür gibt es viele: Ein Umzug, Aufgabe der Haltung, Zeitmangel oder eine Allergie (ob nun gegen Heu/Streu oder die Tiere selbst) usw.

Vielen Haltern fällt es schwer, sich von den geliebten Wackelnasen zu trennen, aber manchmal muss man im Sinne der Tiere so handeln. Dazu kommt die Unsicherheit, was aus den Tieren wird. Wie geht es den Tieren im neuen Zuhause? Werden sie dort geliebt, gut gehalten, versorgt, gefüttert und tierärztlich behandelt? Wir möchten Ihnen hier eine kleine Hilfestellung geben, wie Sie bei einer Abgabe vorgehen können und was Sie dabei beachten sollten:

Inserate in Foren, Zeitungen und (Kleinanzeigen-)Portalen und Aushänge bei Tierärzten und in Zooläden:
Es gibt diverse Foren, Zeitungen und (Kleinanzeigen-)Portale, in denen Anzeigen für Vermittlungstiere eingestellt werden können. Bitte schauen Sie immer, ob diese Seiten seriös sind. Züchterseiten sollten Sie meiden. Bei Aushängen in Zooläden oder bei Tierärzten fragen Sie bitte vorher um Erlaubnis. Um die Chancen zu erhöhen, macht es Sinn, die Anzeigen in möglichst vielen Foren/Portalen, Praxen, Zooläden usw. zu streuen. Es gibt sicherlich noch zahlreiche andere Möglichkeiten.

Tipps zur Erstellung eines guten Anzeigetextes


Ein guter, informativer und übersichtlicher Anzeigentext ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Vermittlung. Wir haben einige Punkte aufgelistet, die (sofern bekannt) erfahrungsgemäß enthalten sein sollten. Es bietet sich aus unserer Erfahrung an, diese Punkte zunächst stichpunktartig und sachlich zusammenzufassen, damit der Leser diese wichtigen Informationen auf einen Blick hat. Der anschließende Freitext kann dann emotional, liebevoll und/oder niedlich geschrieben werden, aber bitte drücken Sie nicht zu sehr auf die Tränendrüse.

Zudem sollte jede Anzeige eine möglichst aussagekräftige Überschrift enthalten (Name, Geschlecht, Alter, Haltungsform, Besonderheiten des Tieres). Das erweckt die Aufmerksamkeit derjenigen, die bestimmte Tiere suchen.

  • Name
  • Geschlecht
  • Alter
  • Rasse (wenn bekannt)
  • Kastriert: Da die Tierheime und Tierschutzorganisationen mit Kaninchennotfällen regelmäßig "überschwemmt" werden, sollten Böckchen zur Weitervermittlung kastriert sein oder das Datum der Kastration (wegen der evtl. noch einzuhaltenden Kastrationsquarantäne) angegeben sein. Außerdem wird so sichergestellt, dass sich keine Züchter für Ihre Kaninchen interessieren und Ihre Tiere in engen Zuchtboxen alleine vor sich hinvegetieren müssen.
  • Impfungen: RHD/RHDV-2 und/oder Myxomatose? Wann war die letzte Impfung?
  • Besonderheiten/Erkrankungen: Krankheiten und Handicaps sollten unbedingt erwähnt werden. Es kann für einen Leser sogar ausschlaggebend sein, ob er das Tier nimmt.
  • Angaben zum Charakter: kurz und prägnant (ausführlicher dann im Freitext)
  • Innen- oder Außenhaltung: Beachten Sie bitte, dass Tiere aus Innenhaltung im Winter nicht einfach herausgesetzt werden können.
  • Vorstellung vom neuen Zuhause: Platzangebot? Fütterung? Haltungsform?
  • Derzeitiger Wohnort: möglichst mit PLZ und/oder Bundesland
  • Vermittlungsregion: zum Beispiel deutschlandweit? Regional?
  • Kontaktdaten: Vorsicht bei Adressen und Telefonnummern. Wichtig ist die E-Mail-Adresse, damit Interessenten schnell Kontakt aufnehmen können
  • Freitext: Ergänzen kann man diese stichpunktartigen Informationen durch einen liebevoll gestalteten Freitext.
  • Bilder: Besonders wichtig sind aktuelle Bilder, auf denen man das Tier in seiner vollen Schönheit sieht, es dürfen ruhig mehrere und in guter Qualität sein.

Selbst wenn man all dies beachtet, ist ein kein Erfolgsrezept für eine schnelle Vermittlung innerhalb von wenigen Tagen. Das regelmäßige "Schubsen" der Anzeigen (neue Bilder, neue Informationen usw.) ist deshalb so wichtig, damit ihre Anzeige nicht auf der hintersten Seite eines Forums oder einer anderen Internetplattform dauerhaft festhängt, denn oftmals werden nur die ersten Beiträge von Interessenten angeschaut. Eventuell werden die Anzeigen auch nach einiger Zeit ohne Aktivität gelöscht (das Zeitfenster ist abhängig von den jeweiligen Foren, Plattformen usw.) oder Aushänge entfernt. Ebenso müssen E-Mails regelmäßig kontrolliert werden. Nichts ist ärgerlicher, als eine gute Stelle "zu verlieren", weil man die E-Mail nicht zeitnah gelesen hat.

Bedenken Sie bitte, dass Vermittlungen unter Umständen Wochen oder Monate dauern können, und planen Sie, wenn möglich, frühzeitig. Vermitlungen von gehandicapten Tieren und Paaren/Gruppen dauern meist länger als bei gesunden Einzeltieren. Und seien Sie bitte nicht enttäuscht, wenn unter Umständen Anfragen kommen, die nicht Ihren Vorstellungen entsprechen (zum Beispiel von Züchtern).

Wie soll das neue Zuhause aussehen?


Hier sind einige Tipps, worauf bei der Auswahl geachtet werden sollte. Nehmen Sie sich die Zeit, jede Anfrage ganz genau zu prüfen:

  • Vermittlung nur zu mindestens einem Kaninchenpartner, Kaninchen wollen nicht alleine sein.
  • Alle Rammler in der Haltung müssen kastriert sein (Vermeidung von Nachwuchs).
  • Keine Vermittlung in Käfighaltung, auch nicht stundenweise. Dafür sind Kaninchen einfach zu bewegungsaktiv, vor allem in der Dämmerung und nachts.
  • Die Fütterung besteht optimalerweise überwiegend aus frischen Gräsern, Kräutern und Blättern. Es können auch Knabberzweige, Gemüse (vor allem blättriges Gemüsegrün), Obst und geringe Mengen Sämereien gereicht werden. Heu und Wasser sollten stets zur freien Verfügung stehen.
  • Tierärztliche Versorgung muss zu jedem Zeitpunkt gewährleistet sein.
  • Regelmäßige Impfungen gegen Myxomatose und RHD/RHDV-2
  • Rund um die Uhr muss Wasser, am besten im Trinknapf, zur Verfügung stehen. Nippeltränken sollten im neuen Zuhause nicht vorhanden sein, da diese nicht dem natürlichen Trinkverhalten entsprechen.
  • Rund um die Uhr muss den Tieren Heu zur Verfügung stehen.
  • Platzbedarf: mind. 2 qm pro Tier plus zusätzlichem Auslauf oder dauerhaft 3 qm. Dies sind Empfehlungen, die den Mindestansprüchen der Tiere annähernd gerecht werden.
  • Bei der Außenhaltung ist besonders wichtig, nach der Absicherung nach unten und oben zu schauen. Wo ein Hühnerei durchpasst, passt auch ein Marder durch. Der Draht sollte Volierendraht in einer Stärke von mind. 1,2 mm und einer Maschenweite von max. 19 mm sein. Kaninchendraht und Netze sind nicht sicher.
  • Bei der Innenhaltung muss auf Kabel und Zimmerpflanzen besonders geachtet werden.
  • Es sollte außerdem darauf geachtet werden, dass in den Räumen, in denen sich die Kaninchen aufhalten, nicht geraucht wird.

Bitte erstellen Sie immer einen Schutzvertrag und nehmen Sie eine Schutzgebühr. Hier finden Sie einen vorgefertigten Schutzvertrag, den der Kaninchenschutz e. V. gerne zur Verfügung stellt: http://info.kaninchenschutz.de/schutzvertrag-privat.pdf.

Der Schutzvertrag beinhaltet auch eine Rücknahme des Tieres Ihrerseits. Das hat den Sinn, dass bei einem Scheitern der Vergesellschaftung der neue Halter das Tier nicht einfach in eine aus Ihrer Sicht "schlechte Haltung" weitergeben kann. Am besten findet auch immer eine Vorkontrolle statt, denn man kann sich nie ganz sicher sein, dass die Haltung entsprechend der Beschreibung ist und die Tiere nicht im schlimmsten Fall als "Schlangenfutter" oder als Einzeltiere in einem Käfig enden. Über das Forum oder die Ansprechpartnerseite des Kaninchenschutz e.V. können Personen gesucht werden, die vor Ort eine Vorkontrolle durchführen können, wenn man das selber nicht kann.

Tierheime


Tierheime sind oftmals nicht so schlecht wie ihr Ruf. Aber was macht ein gutes Tierheim aus, und worauf müssen Sie achten, bevor Sie Ihre Tiere dort abgeben?

Vermittlungsbedingungen:
Die meisten Tierheime haben ihre Vermittlungsbedingungen auf ihren Homepages stehen. Ist dies nicht der Fall oder haben Sie Fragen zu den gefundenen Bedingungen, dann nehmen Sie einfach unverbindlich Kontakt zum Tierheim auf. Die Kontaktdaten (Telefon/E-Mail) finden Sie auf den jeweiligen Homepages. Oftmals stehen auch Kontaktdaten der zuständigen Ansprechpartner dort, die Ihnen ganz genaue Auskunft geben können. Viele Tierheime antworten nicht direkt am gleichen Tag. Die Mitarbeiter sind in der Regel den Großteil des Tages mit der Versorgung der Tiere beschäftigt und sitzen nicht am Telefon bzw. Computer. Haben Sie bitte etwas Geduld.

Hier einige Fragen, die Sie stellen können:

  • Vermittlung nur zu mindestens einem Kaninchenpartner?
  • Rammler werden kastriert?
  • Haltung: Welche Platzvorgaben? Vermittlung in Käfighaltung? Sicherheit bei Außenhaltung?
  • Fütterung: Frischfutter? Wasser steht im Trinknapf und Heu ständig zur Verfügung?
  • Vermittlung mit Schutzvertrag und Schutzgebühr?
  • Fordert der Schutzvertrag eine tierärztliche Versorgung, die zu jedem Zeitpunkt gewährleistet sein muss?
    Ebenso regelmäßige Impfungen gegen Myxomatose und RHD/RHDV-2?
  • Führt das Tierheim Vor- und/oder Nachkontrollen durch?

Die Vermittlungsbedingungen stehen in der Regel auch in den Vermittlungsverträgen. Fragen Sie, ob Sie einen solchen sehen dürfen (meist aber nur zur Ansicht im Tierheim). Fragen Sie auch ruhig, wie die Aufklärung neuer Halter, die Unterstützung bei zum Beispiel Vergesellschaftungen, auftretenden Problemen und Fragen nach der Vermittlung seitens des Tierheims ist. Ein gutes Tierheim wird sich auch nach der Vermittlung noch um das Wohlergeben der Tiere bemühen.

Die Kriterien, die Sie genannt bekommen, werden sicherlich nicht 100%ig dem entsprechen, was Sie sich evtl. selbst für Ihre Tiere wünschen. Seien Sie kompromissbereit, aber nicht unkritisch. Sehen Sie das Tierheim als eine kurze Zwischenstation im Leben Ihres Tieres.

Anfrage zur Aufnahme:
Im Gegenzug werden die Mitarbeiter des Tierheims auch viele Fragen an Sie haben, die über eine Aufnahme Ihrer Tiere entscheiden können. Machen Sie sich vorher Notizen, damit Sie diese am Telefon parat haben bzw. schicken Sie diese bei Ihrer E-Mail-Anfrage direkt mit.

Wir haben für Sie einige Punkte zusammengestellt:

  • Name, Geschlecht, Alter, Rasse
  • Kastriert (wann), Impfungen (wann / welche)
  • Innen- oder Außenhaltung
  • Besonderheiten
  • Erkrankungen
  • Angaben zum Charakter

Seien Sie bitte ehrlich und verschweigen Sie keine Eigenschaften oder Krankheiten Ihres Tieres. Stellen Sie sich vor, Sie verschweigen, dass Ihr Kaninchen Zahnprobleme hat, aber gleichzeitig sucht das Tierheim gerade für einen Interessenten genau solch ein Tier. Schicken Sie am besten auch direkt Bilder Ihres Tieres mit.

Tipps:

  • Schicken Sie auch Ihre Telefonnummer/Handynummer incl. Erreichbarkeiten mit, wenn Sie eine E-Mail schicken.
  • Lehnt das Tierheim eine Aufnahme (zum Beispiel wegen Überfüllung) ab, dann fragen Sie auch nach Wartelisten. Viele Tierheime führen solche Listen, werden dies aber oft nicht von sich aus mitteilen.
  • Viele Tierheime haben auch eine externe Vermittlungsseite auf ihrer Homepage. Fragen Sie auch, ob Sie dort eine Anzeige schalten (lassen) können und welche Informationen (Texte, Bilder usw.) von Ihnen benötigt werden. Sollten Sie Ihr Tier daraufhin selber vermitteln können, dann informieren Sie das Tierheim bitte zeitnah darüber.


Gute Tierheime haben auch selbst eine gute Haltung und versuchen, ein Vorbild zu sein. Oft ist das aber auch aus Kosten- oder Platzgründen nicht möglich. Bitte seien Sie da nicht zu kritisch, auch, wenn Ihre Tiere übergangsweise in einen Käfig oder ein kleines Gehege ziehen müssen (Quarantäne, Platzmangel o.ä.). Schauen Sie sich das Tierheim vorher an und sprechen Sie persönlich mit den Mitarbeitern.

Wenn Sie bei Ihrer Wahl unsicher sind, dann wenden Sie sich an unsere Ansprechpartner in Ihrer Nähe. Diese haben evtl. noch Tipps für Sie, welches Tierheim geeignet ist oder wo gerade freie Plätze sind. Schauen Sie sich auch ruhig Tierheime an, die weiter entfernt sind. Bei Abgabetieren haben die Tierheime keine Aufnahmepflicht, das heißt sie können bei Überlastung auch absagen (siehe Tipp "Warteliste").

Tag der Übergabe


Dies ist sicherlich ein sehr schwerer Tag für Sie. Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen, um von Ihren Tieren Abschied zu nehmen. Bei der Abgabe werden Sie einen Übergabevertag unterzeichnen müssen. Nehmen Sie dazu Ihren Personalausweis oder Führerschein mit. Im Vertrag werden in der Regel Ihre Personalien festgehalten, die Daten sowie die charakterlichen und gesundheitlichen Eigenarten Ihres Tieres. Zudem erklären Sie mit Ihrer Unterschrift, dass Ihr Tier Ihr unbestrittenes Eigentum ist und übertragen das Eigentumsrecht auf das Tierheim. Damit sichern sich die Tierheime ab, dass sie das Tier auch weitergeben dürfen. Der zukünftige Halter hat ebensowenig ein Recht zu erfahren, wer der vorherige Halter war, wie Sie Name und Adresse des künftigen Halters erfahren dürfen (Datenschutz). Manchmal ist es aber möglich, dass in Rücksprache mit den neuen Haltern und auch mit Ihnen die Namen und Adressen ausgetauscht werden.

Tipps:

  • Schwärzen Sie im Impfpass Ihren Namen und Adresse
  • Stammt das Tier von einer Tierschutzorganisation und Sie haben einen Schutzvertrag unterzeichnet, dann sollten Sie im Vorfeld klären, ob die Abgabe in das Tierheim in Ordnung ist.

Zudem werden Sie eine Abgabegebühr zahlen müssen. Das ist keine Schikane, sondern die Abgabegebühr deckt nur einen minimalen Teil der Kosten, den die Tiere im Tierheim verursachen (Futter, Streu, tierärztliche Behandlungen, Unterbringungskosten wie zum Beispiel Strom, Wasser, Mitarbeiter usw.). Sind Sie aus finanziellen Gründen nicht in der Lage, diese Kosten zu tragen, dann nehmen Sie bitte dennoch Kontakt mit dem Tierheim auf und setzen Sie die Tiere nicht aus. Viele Tierheime lassen mit sich reden, wenn man ehrlich und offen ist. Dennoch freuen sich alle Tierheime natürlich über zusätzliche Spenden - sei es finanziell oder Futter- bzw. Einrichtungsspenden. Bevor Sie aber das komplette Equipment Ihrer Tiere mitnehmen, fragen Sie vorher, ob die Sachen wirklich Verwendung finden werden.

Denken Sie bitte auch an Dokumente (Impfpass, ggf. den Übernahmevertrag u.ä.) und sonstige Informationen über die Tiere. Manche Tierheime sind froh, wenn Sie kurz den "Lebenslauf" und die wichtigsten Eigenschaften (Charakter, Futterunverträglichkeiten, Informationen über die letzten Tierarztbesuche usw.) für die Akten und Pfleger zusammenfassen.

Wir wünschen Ihnen, dass Sie schnell das passende neue Zuhause für Ihre Kaninchen finden!