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Arthrose


Arthrose beschreibt den übermäßigen und schmerzhaften Gelenkverschleiß der Knorpelschicht, insbesondere im Bereich der Wirbelsäule und den Gelenken. Der Körper versucht den Verlust der Knorpelschicht auszugleichen und bildet in diesen Bereichen Knochenwucherungen. Die Knochenwucherungen führen jedoch in den meisten Fällen zu einer Verstärkung der Schmerzen, da sie Nerven behindern oder sogar quetschen.

Arthrose beginnt schleichend und wird vom Halter oft kaum als solche wahrgenommen. Im Anfangsstadium der Arthrose laufen sich die Tiere nach dem Aufstehen ein, d.h. bei Bewegung nehmen die Schmerzen ab oder gehen ganz weg. Im fortgeschrittenen Stadium der Arthrose empfinden die Tiere auch im Ruhezustand (Sitzen, Liegen) Schmerzen und nehmen eine Schonhaltung ein, die das Krankheitsbild für den Halter eindeutiger macht. Auch sind die Tiere weniger bewegungsfreudig, manche können sich auch nicht mehr so gut im Bereich des Hinterteils putzen.

Schreitet die Arthrose voran, schieben die Tiere beim Sitzen ihre Hinterläufe oft weit nach vorn, um den schmerzenden Bereich zu entlasten. Bemerkt der Halter eine der genannten Auffälligkeiten, sollte das Kaninchen umgehend beim Tierarzt vorgestellt werden, denn eine sichere Diagnose ist nur durch ein Röntgenbild möglich.

Ursachen
Die Ursachen von Arthrose sind sehr vielfältig: erbliche Veranlagung, Mangelernährung, Übergewicht, Gelenkfehlstellungen, unbehandelte Gelenkentzündungen … Die Liste der begünstigenden Faktoren ist lang.

Behandlungsmöglichkeiten
Arthrose ist nicht heilbar, aber der Verschleißprozess lässt sich verlangsamen. Bei der Behandlung steht die möglichst lange Schmerzfreiheit im Vordergrund. Die Gabe von Schmerzmitteln durch den Tierarzt kann dauerhaft oder bei Bedarf erfolgen, das hängt vom Stadium der Arthrose und vom Befinden des Tieres ab.

Darüber hinaus können Futtermittel mit entzündungshemmenden Wirkstoffen wie beispielsweise Ingwer dem Kaninchen mit dem täglichen Futter (vermischt mit einem Stück Banane oder Apfel) angeboten werden. Auch Weidenzweigen, Löwenzahnwurzeln und Brennnesselblättern wird durch ihre verschiedenen Inhaltsstoffe ein positiver Effekt bei Arthrose nachgesagt. Zusätzlich zu schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten können Futtermittelzusätze wie Teufelskralle, Grünlippmuschelextrakt und Hyaluronsäure den Knorpelaufbau unterstützen.

Bei der Haltung sollte auf gepolsterte Liege- und Aufenthaltsflächen geachtet werden und – da sich die Tiere oft allein nicht mehr richtig säubern können – zusätzlich ggf. mehrmals am Tag das Hinterteil kontrolliert werden, um eventuell anhaftenden Kot oder Urin sanft zu entfernen.

Lebensqualität
Die Lebensqualität steht bei der Behandlung an erster Stelle. Hier ist eine enge Zusammenarbeit mit dem behandelnden Tierarzt wichtig, der den Krankheitsprozess des Tieres am besten einschätzen kann, wenn es sich schmerzbedingt nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt bewegen kann.