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Endoparasiten beim Kaninchen


Auch bei einer artgerechten Fütterung kann es gelegentlich zu Problemen mit Darmparasiten oder unerwünschten Keimen beim Kaninchen kommen. Wenn also im Gehege vermehrt Blinddarmkot gefunden wird, das Kaninchen Durchfall hat oder der Kot ungewöhnlich riecht, sollte beim Tierarzt eine Kotprobe zur Untersuchung abgegeben werden. Um alle Keime nachweisen zu können, muss der Kot über 3 Tage gesammelt werden. Auch wenn es keine Auffälligkeiten gibt, solte man den Kot zweimal jährlich vor den Impfungen vom Tierarzt untersuchen lassen, da bestimmte Erreger das Wirksamwerden der Impfung beeinträchtigen können.

Ein häufiges Problem ist ein zu hohes Vorkommen von Hefen im Kot. Diese lassen sich in der Regel gut behandeln. Allerdings sind Hefen meist ein Sekundärproblem, so dass man nach dem Grund der Probleme suchen sollte. Werden Hefen festgestellt, sollte für die Zeit der Behandlung auf die Gabe von frischem und getrocknetem Obst und getrocknetem Gemüse verzichtet werden. Zuckerhaltiges Wurzelgemüse sollte ebenfalls reduziert werden.

Ein weiteres Problem sind Kokzidien. Bei Kokzidien ist die Behandlung deutlich aufwändiger: Neben der medikamentellen Behandlung muss - je nach verwendetem Medikament täglich oder alle drei Tage - das komplette Gehege incl. aller Einrichtungsgegenstände ausgekocht bzw. mit einem Dampfreiniger behandelt werden. Bei der Desinfektion mit Dampf sollte man die Temperatur zuvor kontrollieren. Kokzidien sterben erst ab einer Temperatur von 70 Grad ab. Während der Behandlung sollte zudem eine strenge Quarantäne mit Schuh-/Kleidungswechsel und Handdesinfektion eingehalten werden, um die Erreger nicht immer wieder einzuschleppen.

Kokzidiose bei Kaninchen


Die Kokzidiose ist eine unter Kaninchen sehr stark verbreitete parasitäre Erkrankung, die unbehandelt sehr schnell zum Tode führen kann. Sie tritt besonders häufig bei jungen und geschwächten Tieren auf.

Bei den Kokzidien handelt es sich um Einzeller, die die Leber, die Gallengänge und auch den Darm befallen können. Im Darm vermehren sie sich und werden, nachdem sie einen mehrphasigen Zyklus durchlaufen haben, mit dem Kot ausgeschieden. Durch verschmutzte Einstreu, aber auch über das Gesäuge des Muttertieres oder bei der Fellpflege werden dann die Erreger von anderen Tieren aufgenommen.

Die Tiere können apathisch werden, sie zeigen häufig Fressunlust, neigen zu Aufgasungen oder Magenbeschwerden und setzen schleimigen, breiigen oder unförmigen Kot ab.

Es kommt immer wieder vor, dass ein Tier zwar mit Kokzidien infiziert ist, jedoch keinerlei Symptome für eine Erkrankung zeigt. Bei diesen Tieren hat sich ein Gleichgewicht mit dem Parasiten eingependelt. Kommt es allerdings durch Stress, beispielsweise durch einen Umzug, durch Streitigkeiten in der Gruppe oder auch durch falsche Ernährung, zu einer Störung des Gleichgewichtes, können nun auch bei diesen Tieren Anzeichen der Erkrankung auftreten. Treten innerhalb einer Kaninchengruppe bei einem Tier Symptome einer Kokzidiose auf, so ist es deshalb sehr wichtig, dass alle Tiere in der Gruppe behandelt werden, da davon auszugehen ist, dass sich auch die anderen Tiere infiziert haben.

Es ist deshalb sehr wichtig, ein Tier, das zu bereits vorhandenen Tieren hinzugesetzt werden soll, vorher auf einen Kokzidienbefall hin überprüfen zu lassen. Dazu wird der Kot des Tieres über drei Tage hinweg eingesammelt und dann von einem Tierarzt untersucht.

Ist das Kaninchen nun mit Kokzidien infiziert, so ist eine weitergehende Behandlung der Erkrankung durch einen Tierarzt sehr wichtig. Es gibt zur Behandlung der Kokzidiose spezielle Medikamente. Außerdem ist auf die Hygiene zu achten. Die Behausung sowie sämtliche Einrichtungsgegenstände und Futternäpfe müssen täglich mit kochendem Wasser gereinigt werden. Kokzidien sind sehr widerstandsfähig und werden erst mit kochendem Wasser tatsächlich abgetötet. Sollten die befallenen Tiere in einem Außengehege leben, so empfiehlt es sich, den Boden in einer Höhe von mindestens fünf Zentimetern abzutragen und auszuwechseln. Zusätzlich kann er auch noch mit kochendem Wasser überbrüht werden.

Bei der Ernährung sollte darauf geachtet werden, den erkrankten Tieren kein Obst oder Getreide zur Verfügung zu stellen. Gemüse, frische Wiese, Blätter, Äste, Kräuter & Co. sollten die Tiere weiterhin bekommen.

Zehn Tage nach der Behandlung der Tiere muss eine erneute Kotprobe untersucht werden, um eine völlige Genesung sicherzustellen.

Auch sollte vor jeder Myxomatoseimpfung ein Kokzidienbefall ausgeschlossen werden, da die Impfung sonst ihre Wirksamkeit nicht entfalten kann.

Entwurmung beim Kaninchen


Die Entwurmung von Kaninchen ist ein wichtiger Baustein der Gesundheitsvorsorge. Bei der Entwurmung sind folgende Parasiten von Bedeutung:

Magen-Darm-Parasiten

Beim Hauskaninchen kommen prinzipiell dieselben Parasiten wie bei Wildkaninchen vor. Durch die domestizierten Lebensbedingungen treffen wir beim Hauskaninchen jedoch weniger Arten an, und ein Befall ist im Vergleich zum Wildkaninchen nicht so häufig. Je nach Haltungsform besteht allerdings auch Kontakt zu wild lebenden Kaninchen (Außenhaltung). Auch frisches Futter von Wiesenflächen mit Wildkaninchenkontakt stellt einen Übertragungsweg dar. Dann besteht die Möglichkeit, dass auch beim Hauskaninchen mit Parasiten im Magen-Darm-Trakt zu rechnen ist. Hierzu zählen primär Rundwürmer. Bandwürmer kommen eher selten vor. Magen-Darm-Parasiten führen nicht selten zu Durchfall und Verdauungsstörungen.

Zu den Rundwürmern gehört eine Reihe von Arten, wobei am häufigsten die Pfriemenschwänze (Passalurus ambiguus) vorkommen. Andere Arten finden sich eher selten. Bandwürmer sind beim Hauskaninchen sehr selten, da die Bandwürmer über einen Zwischenwirt (in diesem Falle über Moosmilben) aufgenommen werden müssen.

Rundwürmer

Wir oben bereits erwähnt, finden sich bei Kaninchen mit Wurmbefall vornehmlich Pfriemenschwänze. Oft verläuft ein Befall mit den im Dickdarm sitzenden Würmern symptomlos und wird erst durch die auf frischen Kotkugeln aufliegenden Würmer bemerkt. Bei starkem Befall können Durchfall, Aufgasungen und Abmagerung auftreten. Typisch für den Wurmbefall mit Pfriemenschwänzen ist der anale Juckreiz, da die weiblichen Würmer zur Eiablage Richtung Anus wandern, um dort ihre Eier abzulegen.

Der Nachweis der Pfriemenschwanz-Eier erfolgt im Kot oder anhand eines Perianalabstriches.

Sehr selten – und eher bei Kaninchen in Außenhaltung zu finden – ist der Magenwurm (Graphidium strigosum). Die Kontamination des Geheges mit Wurmeiern erfolgt durch Wildkaninchen.

Wird ein Wurmbefall festgestellt, so sollte zügig eine Behandlung erfolgen (zum Beispiel mit Fenbendazol), gleichzeitig ist eine Optimierung der Hygienemaßnahmen wichtig. Wurmbefall beeinträchtigt nicht nur die Gesundheit des Kaninchens, es schmälert auch zum Beispiel den Erfolg einer gerade durchzuführenden Behandlung oder beeinträchtigt die Wirkung von Impfstoffen. Aus diesem Grund ist die Untersuchung einer Kotprobe vor jeder Impfung sehr wichtig.