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Schnupfensymptome


Vielfältige Ursachen können zu Schnupfensymptomen führen:

  • Zeitlicher Beginn der Symptome:
    Besitzer sollten sich möglichst genau erinnern, wann ihnen die Symptome bei ihrem Tier das erste Mal aufgefallen sind. War das Tier völlig gesund, als sie es übernommen haben? Hat es vielleicht zum Zeitpunkt der Übergabe schon erste Symptome gezeigt? Oder gab es sogar einen konkreten Anlass, als die Symptome das erste Mal aufgetreten sind (Stress für das Kaninchen, eine mögliche Vergesellschaftung mit anderen Tieren, Besitzer- oder Umfeldwechsel o. ä.)?
  • Umfeld des Kaninchens:
    Ist das Kaninchen zum Zeitpunkt des Beginns der Symptome vielleicht in ein Außen- oder Innengehege umgezogen? Ist es möglicherweise Wind, Zugluft oder Rauch ausgesetzt? Auch neue Pflanzen oder Düfte im Haushalt (Kosmetika, Parfüm, Waschmittel o.ä.) können die empfindliche Kaninchennase reizen und bei den Tieren Schnupfensymptome auslösen – Kaninchen besitzen eine äußerst sensible Nase mit 100 Millionen Riechzellen, mit der sie Gerüche wesentlich feiner und stärker als Menschen aufnehmen. Und sogar Allergien nehmen inzwischen bei Kaninchen zu.
  • Fütterung:
    Besonders häufig treten Schnupfensymptome beim Fressen auf. Hier ist es für die Besitzer wichtig, die auslösenden Ursachen herauszufinden: Wurde eventuell das Futter umgestellt und das Tier bekommt jetzt neue Futtersorten mit zuvor unbekannten Pflanzen? Hat das Kaninchen vielleicht Blütenstaub in die Nase bekommen? Auch auf Futtermittel können Kaninchen allergisch reagieren.
  • Akute körperliche Ursachen:
    Schnupfen mit Niesen und mit Begleitsymptomen wie tränenden Augen und nassem Fell um den Nasenbereich tritt außerdem bei Anomalien wie einem zu engen Tränennasenkanal, zu langen oder fehlgewachsenen Zähnen, inneren Abszessen im Kopfbereich, Augenerkrankungen oder auch eingeatmeten und in der Nase bzw. dem Kopfbereich festgesetzten kleinen Fremdkörpern auf. Eingeatmete kleine Strohgrannen oder Heuhalme sind gar nicht so selten und können dem Kaninchen manchmal wochen- oder sogar monatelang Beschwerden bereiten. Und natürlich können Kaninchen – ähnlich wie Menschen – an einem akuten viralen oder bakteriellen Infekt mit einer laufenden Nase erkranken.
  • Kontakt mit an Kaninchenschnupfen erkrankten Tieren:
    Natürlich ist es auch möglich, dass eine Ansteckung über den Kontakt mit am infektiösen Kaninchenschnupfen erkrankten Tieren erfolgt ist. Kaninchen mit einem bestätigten chronischen Kaninchenschnupfen können gesunde Tiere infizieren, auch wenn sie phasenweise selbst keine sichtbaren Symptome aufweisen. Hier muss ein neuer Besitzer sich leider häufig auf die ehrliche Angabe des Vorbesitzers verlassen. Ganz wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, beim Vorbesitzer vor dem Einzug neuer Kaninchen in das eigene Zuhause alle in der Vergangenheit aufgetretenen Erkrankungen der Tiere zu erfragen.

Weiteres Vorgehen


Viele dieser genannten Auslöser können sich im Laufe der Zeit manifestieren und auch zeitlich überlagern. Einige der Symptome treten eher während der Fütterung auf. Da Kaninchen einen Großteil des Tages mit Fressen zubringen, können sich dabei nahezu durchgängige Symptome entwickeln, so dass es für den Besitzer sehr schwierig wird, eine auslösende Ursache herauszufinden.

Ob es sich bei – vor allem nur zeitweise – aufgetretenen Schnupfensymptomen um einen Kaninchenschnupfen oder um andere Ursachen handelt, kann nur der Tierarzt bestätigen. Für seine Diagnose hilft es ihm jedoch sehr, wenn Besitzer möglichst viele der oben genannten Möglichkeiten berücksichtigen und beim Tierarztbesuch aktiv ansprechen.

Ein Großteil der mit Schnupfensymptomen vorgestellten Kaninchen leidet nicht am infektiösen Kaninchenschnupfen, sondern an anderen Ursachen. Hier ist die Prognose, dass die Tiere wieder völlig gesund werden, gut – vorausgesetzt, die Besitzer finden die auslösende Ursache und können sie zukünftig vermeiden. Diese Tiere können in den meisten Fällen auch wie andere gesunde Tiere mit weiteren Kaninchen vergesellschaftet werden – natürlich immer in Abhängigkeit ihres allgemeinen Gesundheitszustandes. Eine Übertragung der Schnupfensymptome auf andere Tiere ist nur bei infektiösen Ursachen möglich. Hier muss dann jedoch durch die Besitzer unbedingt darauf geachtet werden, dass an ansteckendem Kaninchenschnupfen leidende, kranke Tiere nicht versehentlich mit gesunden Tieren zusammengebracht werden.

Ein ansteckender Kaninchenschnupfen gehört zur Behandlung natürlich auf jeden Fall in die Hände eines erfahrenen Tierarztes. Aber auch bei allen anderen Schnupfensymptomen sollte der Tierarzt die Ursache abklären, damit es dem Kaninchen hoffentlich schnell wieder besser geht.

Schnupfen ist nicht immer Kaninchenschnupfen


Kaninchen mit Schnupfensymptomen, Niesen oder auch nassem Fell um Augen und Nase kommen in der Haltung sehr häufig vor. Doch handelt es sich dabei immer gleich um einen Kaninchenschnupfen?

Viele Kaninchenhalter übernehmen zunächst gesund scheinende Tiere, die in ihrem neuen Zuhause plötzlich zu niesen beginnen. Die neuen Besitzer sind dann häufig sehr verunsichert, woher diese Symptome kommen, und fragen, wie sie ihrem Kaninchen am besten helfen können. Es gibt eine ganze Reihe von Erkrankungen, die mit den Symptomen eines Schnupfens auftreten können. In vielen Fällen ist es dabei gar nicht der typische Kaninchenschnupfen, unter dem die Tiere leiden. Zunächst einmal ist es daher für die Besitzer ganz wichtig, die verschiedenen Möglichkeiten zu differenzieren - denn nach der konkreten Ursache richten sich natürlich auch die spätere Behandlung und der Umgang mit dem Kaninchen.