Kaninchenschutz e.V.

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Kastration weiblicher Kaninchen


Warum kastrieren?
Viele Häsinnen erkranken im Laufe ihres Lebens an Entzündungen oder gar Krebs an der Gebärmutter. Wird diese Erkrankung zu spät erkannt, erleiden die Tiere einen schmerzvollen Tod. Die einzige Behandlungsmöglichkeit bei solchen Erkrankungen ist eine Kastration der Häsin, also die vollständige Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken. Früher war diese Operation noch relativ risikoreich, durch neue Narkosemethoden und mehr Erfahrungen ist dieser Eingriff heutzutage allerdings in vielen Tierarztpraxen schon Standardprogramm. Oft werden Häsinnen, die das erste Lebensjahr vollendet haben, präventiv kastriert, um spätere Komplikationen definitiv ausschließen zu können. Der Vorteil einer präventiven Operation in jungen Jahren liegt darin, dass die Tiere sich schneller erholen als ältere, bereits erkrankte Kaninchen. Bei besonders dominanten Tieren kann eine Kastration außerdem zu einer besseren Verträglichkeit mit anderen Kaninchen führen.

Diagnosemöglickeiten
Häufige Symptome für krankhafte Gebärmutterveränderungen sind z. B. gesteigerte Angriffslust, häufiges Rammeln, Scheinschwangerschaften mit Nestbau und Ausfluss (schmutzige/r Blume/Genitalbereich). Diese Anzeichen KÖNNEN auftreten, MÜSSEN aber nicht! Der Tierarzt kann durch Abtasten, Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung größere Veränderungen sichtbar machen. Allerdings sind negative Befunde bei solchen Untersuchungen keine Garantie dafür, dass die Häsin nicht doch schon erkrankt ist! Für den Fall, dass bei der tierärztlichen Untersuchung Veränderungen an der Gebärmutter festgestellt werden, sollten Sie sofort einen Kastrationstermin festmachen, denn wenn man die Veränderungen erstmal eindeutig diagnostizieren kann, sind sie oft schon soweit fortgeschritten, dass eine Operation nicht mehr lange aufgeschoben werden darf.

Ab welchem Alter ist eine Kastration möglich?
Erfahrungsgemäß ist ein Alter zwischen einem und zwei Jahren das beste Alter für den Eingriff. Er ist aber auch in fortgeschrittenem Alter noch möglich bzw. kann bei medizinischer Indikation auch schon vor Vollendung des ersten Lebensjahres vorgenommen werden.

Kosten einer Kastration
Die Kosten für eine Häsinnenkastration belaufen sich auf 100,00 – 160,00 €, je nach Region und Tierarzt.

Vor der Kastration
steht die Wahl des richtigen Tierarztes an. Eine Praxis, die von Ihnen ein „nüchternes“ Kaninchen zur OP verlangt, sollten Sie sofort von Ihrer Liste streichen! Kaninchen müssen immer Futter zur Verfügung haben und ein ausreichendes, leicht verdauliches Frühstück vor dem Eingriff ist Pflicht!
Ein guter Tierarzt hat Erfahrung mit Häsinnenkastrationen und bietet eine Inhalations- oder VAA-Narkose an. Die Wunde wird nach der OP doppelt oder dreifach geklebt oder vernäht (auch subkutan).

Nach der Kastration
Die meisten Komplikationen entstehen nicht während der Operation, sondern erst danach. Eine gewissenhafte Nachsorge ist also lebenswichtig für Ihr Kaninchen! Achten Sie unbedingt darauf, dass der Kreislauf der Patientin wieder richtig in Schwung kommt. Hier kann man zur Unterstützung Wärmelampen, Wärmflaschen oder Körnerkissen anbieten – bitte immer mit Ausweichmöglichkeit! Außerdem muss das Tier schnellstmöglich wieder selbstständig fressen, was aber durchaus auch mal 24 Stunden dauern kann.

Nach so einem Eingriff hat die Häsin natürlich erst mal keine große Lust zu fressen, aber mit gesundem Lieblingsfutter, das ihr immer wieder vor die Nase gehalten wird, und bei Bedarf auch Päppelnahrung, die direkt ins Mäulchen gespritzt wird (fragen Sie dazu Ihren Tierarzt), kommt der Appetit schnell wieder. Die meisten Kaninchen fressen nach einer OP gern Blättriges oder frische Kräuter (z. B. Dill oder Basilikum).
Die Wunde muss vor Schmutz und Aufbeißen durch die Patientin geschützt werden: Bitte in den ersten Tagen keine Sägespäne als Streu verwenden sondern Handtücher, Bettlaken o. ä.. Ein Pflaster und eine Doppel- bis Dreifachnaht halten den meisten Häsinnen stand, bei besonders hartnäckigen Damen kann man auch zusätzlich einen „Kaninchenbody“ aus einem Strumpf oder einem Babybody basteln und ihn der Häsin überziehen. Nach Maß geschneiderte Bodies für Kaninchen können auch bei Bunnywear erworben werden. Halskrausen bieten zwar viel Schutz für die Wunde, beeinträchtigen das allgemeine Wohlbefinden und die Fresslust der Tiere aber oft so stark, dass sich der positive Effekt wieder aufhebt.

Gerade in der ersten Nacht sollten Sie mehrmals nach der Patientin schauen und Temperatur, Fressverhalten und die Unversehrtheit der Naht/des Pflasters überprüfen.

Ihr Tierarzt wird Ihnen außerdem ein Schmerzmittel für die ersten Tage mitgeben und eventuell auch ein Antibiotikum. Die Wundheilung kann zusätzlich mit Traumeeltabletten oder Arnikaglobuli aus der Apotheke unterstützt werden.

Für eine schnellstmögliche Genesung sind auch die gewohnte Umgebung sowie das Partnertier hilfreich, WENN a) das Gehege keine Sprünge über oder auf Hindernisse zulässt (wegen der Naht) und b) das Partnertier der Häsin auch mit Tierarztgeruch wohlwollend zur Seite steht. Ansonsten sollte ein Genesungsgehege oder zur Not ein Käfig bereitgestellt werden.

Nach etwa 14 Tagen ist die Wundheilung in der Regel abgeschlossen und die Häsin sollte dann wieder vollständig genesen sein.

Wir wünschen alles Gute!