Kaninchenschutz e.V.

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Was macht eigentlich der Vorstand?


Alle zwei Jahre wird von den Mitgliedern unser Vereinsvorstand gewählt – wir berichteten auf unserer Homepage über die jeweilige Neubesetzung. Dass wir den Verein rechtlich vertreten, unsere Mitgliederbetreuung sich um die Mitglieder kümmert und der Kassenwart um die finanziellen Belange – das ist naheliegend und den meisten bekannt.

Welche Tätigkeiten haben die einzelnen Vorstandsmitglieder?

Im Kaninchenschutz e.V. gibt es fünf Vorstandspositionen: 1. und 2. Vorsitzende, Schriftführerin, Mitgliederbetreuerin und Kassenwart. Alle Entscheidungen für den Verein werden dabei gemeinsam getroffen, wir vertreten uns gegenseitig und haben einen sehr engen Austausch. Anders ist die Arbeit in einem Verein, der deutschlandweit vertreten ist und dessen Tätigkeiten sich auf verschiedene Schwerpunkte konzentrieren, gar nicht möglich: Da gibt es zum einen die Pflegestellen, die sich um derzeit 23 schwerkranke Kaninchen kümmern. Es gibt die vielen Informationsstände auf Messen und Tierheimfesten, bei denen unsere Mitglieder Interessenten und Tierhalter beraten und für eine gute Wissensvermittlung über die richtige Kaninchenhaltung, Pflege und Fütterung sorgen. Es gibt die Ansprechpartner auf unserer Homepage und an der telefonischen Hotline, die in Notfällen helfen. Und es gibt die vielen Teams, die im Hintergrund Informationsmaterialien wie unsere „Karotte“ erstellen, den monatlichen Newsletter, den Kaninchenschutz-Kalender mit tollen Kaninchenmotiven, die im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit Medien, Ämter oder Firmen anschreiben, auf Missstände aufmerksam machen und gleichzeitig Hilfe anbieten, die unsere Auftritte in den sozialen Medien betreuen – und es gibt diejenigen, die unsere Paten und Pflegestellen unterstützen oder die beliebten Kuschelröhren nähen.

Sehr viel Engagement durch eine Vielzahl von Mitgliedern ist für all diese Tätigkeiten notwendig – sie ermöglichen uns seit 15 Jahren, unseren Verein weiter aufzubauen und im gesamten Bundesgebiet Ansprechpartner für Interessenten und ratsuchende Kaninchenbesitzer zu sein.

Diese Vielzahl der Tätigkeiten macht den Spaß, aber auch den Erfolg des Kaninchenschutz e.V. aus. Im Vorstand sind wir jederzeit für unsere Mitglieder erreichbar, wir planen und koordinieren alle Tätigkeiten und treffen gemeinsam die Entscheidung für die finanzielle Hilfe unserer Paten- oder Pflegetiere.

Kaninchen in Not ...

Jedes aktive Mitglied kann in akuten Notfällen bei der Aufnahme von Kaninchen mit der Notfallerstversorgung unterstützt werden: Sie deckt die tierärztliche (Notfall-)Versorgung in den ersten Wochen nach der Aufnahme eines Kaninchens ab. Reicht diese erste Zeit nicht aus, dass das Kaninchen in einem stabilen gesundheitlichen Zustand vermittelt werden kann, gibt es für den Zeitraum von einem Vierteljahr die erweiterte Notfallerstversorgung oder noch länger den „Kaninchenschutz-Status“ für ein betroffenes Tier, mit dem die finanzielle Unterstützung der Pflegestelle für ein Jahr zugesichert wird.

In der Praxis heißt das, ein betroffenes Mitglied informiert uns im Vorstand über den Notfall und die Möglichkeit der Aufnahme des Kaninchens per E-Mail – oder in ganz dringenden Fällen auch ein Vorstandsmitglied per Telefon. Oft sind das geplante Aktionen – wenn zum Beispiel Missstände in der Haltung bekannt werden und die betroffenen Kaninchen übernommen werden. Manchmal aber geht es um schwerkranke auf der Straße aufgefundene Tiere. Oder wir werden von Tierärzten in der Praxis informiert, wenn Besitzer ihr Tier dort abgegeben haben - es einschläfern lassen wollen, weil sie die Pflege oder die Kosten nicht übernehmen möchten. Das sind Fälle, in denen uns die Pflegestellen auch telefonisch erreichen können.

Bis auf diese Ausnahmefälle, die sofort noch am Telefon entschieden werden, sprechen wir alle Entscheidungen für eine Kostenübernahme im Vorstand gemeinsam ab. Dabei dürfen wir nicht nur das Schicksal des einzelnen Tieres sehen – sondern natürlich auch die Kosten, die im Laufe der Zeit für den Verein voraussichtlich entstehen werden. Das ist ein erheblicher Faktor – denn eine Intensivbehandlung eines schwerkranken Kaninchens über viele Monate oder länger kann sehr schnell im vierstelligen Bereich liegen: Da können Operationen notwendig sein, der dauerhafte Einsatz von verschiedenen Medikamenten und häufige Tierarztbesuche. Wir prüfen daher alle Möglichkeiten: Kann das Kaninchen in der Pflegestelle notfallversorgt werden – kann es dort unter Umständen auch dauerhaft bleiben oder gibt es andere Möglichkeiten? Wird es voraussichtlich später vermittlungsfähig sein?
Diese genaue Prüfung ist (leider) notwendig - aktuell betreuen wir im Kaninchenschutz 23 Kaninchen in unseren Pflegestellen, für die jedes Jahr Kosten in Höhe von etwa 35.000 Euro Euro entstehen. Das sind mehr als 50 Prozent unserer jährlichen Einnahmen, so dass in jedem Einzelfall eine sorgfältige Entscheidung getroffen werden muss. Neben der tierärztlichen Versorgung unterstützen wir unsere Pflegestellen auch mit Futterzuschüssen oder der Kostenübernahme für besondere Anschaffungen.

Eine wichtige Basis: Patenschaften

Um die tierärztliche Versorgung und auch die zusätzliche Unterstützung unserer Pflegestellen zu gewährleisten, sind unsere Paten immens wichtig: Für jedes unserer Vereins-Pflegekaninchen kann eine Patenschaft übernommen werden, die uns hilft, einen Teil der jährlichen Kosten der Pflegefellchen planbar abzudecken. Die Paten erhalten dafür monatliche Informationen mit Berichten und Bildern ihrer Patenkaninchen, und zu besonderen Anlässen wie Weihnachten oder Ostern noch einmal eine persönliche Überraschung. Die Tätigkeiten der gesamten Patenschaften von der Aufnahme des Pflegefellchens, der Information über das Kaninchen auf unserer Homepage, im Newsletter, im Vereinsforum und die Berichte an die jeweiligen Paten, die Erstellung der Urkunden für abgeschlossene Patenschaften und die Verwaltung mit der Verlängerung der abgeschlossenen Patenschaften sowie der Prüfung der Zahlungseingänge werden im Vorstand und zusammen mit dem Patenteam koordiniert.

Viele Mails sind dafür notwendig: Über Änderungen im Gesundheitszustand eines Patenkaninchens werden wir von den Pflegestellen informiert. Kostenintensive Behandlungen müssen vorab genehmigt werden. Zum Teil erbitten die Tierärzte von uns die schriftliche Bestätigung hierfür. Hier ist ein sehr enger Austausch von den jeweiligen Pflegestellen mit dem Vorstand notwendig – so dass wir immer, nicht zuletzt zur Planung der voraussichtlich zu erwartenden Kosten, über das Pflegefellchen informiert sind. Wir begleiten das Kaninchen damit seine ganze Lebenszeit im Kaninchenschutz hindurch. Sind die Tiere so krank, dass sie nicht mehr vermittlungsfähig sein werden oder keine Prognose auf einen stabilen Gesundheitszustand haben, entscheiden wir im Vorstand auch über den „Gnadenhof-Status“ – mit dem ein Kaninchen dann sein Leben lang in der Pflegestelle und damit in der Obhut des Kaninchenschutz e.V. bleiben darf.

Vereinsaufgabe: Beratung

Der eigentliche Vereinszweck – und damit Schwerpunkt unserer Vereinsarbeit – liegt in der Beratung von Tierhaltern und hilfesuchenden Interessenten. Das ganze Jahr über nehmen unsere Mitglieder daher an Messen und Tierheimfesten im gesamten Bundesgebiet teil und vertreten dort den Kaninchenschutz e.V. mit Informationsständen. Eine Vielzahl von Beratungsmaterialien haben wir in den letzten Jahren erstellt: Da gibt es unsere Informationsbroschüren „Was Kaninchen wollen“, „Besser wohnen für Kaninchen“, den „Kinderratgeber“ und mit „Moritz springt ins Glück“ sogar ein eigenes kleines Kinderbuch. Außerdem können die aktuellen „Karotten“ gelesen und erworben werden und im Herbst unser Kaninchenschutz-Kalender. Ein großer Anziehungspunkt an unseren Ständen sind unsere Kuschelröhren: Wir können kaum genügend Kuschelröhren produzieren, die Nachfrage ist auf jeder Veranstaltung enorm groß.

Auch diese Tätigkeiten werden im Vorstand koordiniert und unterstützt. Unsere Mitglieder oder die Veranstalter fragen unsere Teilnahme an. Bei Messen ist das ein größeres logistisches Prozedere mit der entsprechenden Vertragsgestaltung. Wir kümmern uns für unsere Mitglieder um notwendiges Stand-Equipment – dazu gehören zum Beispiel ein wetterfester Pavillon, ein geeigneter Ausstellungstisch oder auch Transportkisten. Diese Materialien bleiben dann dauerhaft bei den verantwortlichen Mitgliedern und werden untereinander in der Region ausgetauscht und für alle Veranstaltungen genutzt.

Für jede Veranstaltung wichtig ist natürlich außerdem der ausreichende Vorrat an den Informationsmaterialien und Kuschelröhren, aber auch an Futter, Flyern und Plüschkaninchen. Mit Futter werden wir von verschiedenen Sponsoren unterstützt – aber für alle Veranstaltungen muss das Futter noch einmal auf Herstellungsdatum und Qualität kontrolliert sowie in ausreichender Menge nachbestellt werden.

Ebenfalls durch unsere Mitglieder nachbestellt werden die Printmedien und unsere verschiedenen Flyer – und immer wieder müssen dabei Flyer überarbeitet und neu gedruckt werden. Auch dies übernehmen wir im Vorstand.

Und auch unser Kassenwart hat einen erhöhten Aufwand nach allen Informationsveranstaltungen mit der Abrechnung der Vereinseinnahmen aus den Veranstaltungen und den ab und an anfallenden Kosten der teilnehmenden Mitglieder.

In den vergangenen Jahren sind leider die Teilnahmegebühren einiger großer Messen, an denen wir früher regelmäßig teilgenommen haben, extrem erhöht worden. Hier müssen wir im Vorstand vor jeder Messe daher neben dem Wunsch unserer Mitglieder zur Teilnahme auch über die dafür notwendigen Kosten entscheiden, die zumindest noch in einem vernünftigen Verhältnis zu den zu erwartenden Besucherzahlen und Einnahmen stehen müssen. Leider konnten wir daher in den letzten Jahren an einigen Messen nicht mehr teilnehmen, da die Kosten so extrem gestiegen sind, dass eine Teilnahme, verglichen mit unseren Vereinseinnahmen, nicht mehr wirtschaftlich und damit leider nicht mehr machbar ist.

Bei allen Tierheimveranstaltungen und besonders bei Messen denken wir dabei immer ganzheitlich: Können wir eine große Zahl an Interessenten erreichen, haben wir die Möglichkeit zu zahlreichen Beratungen? Gewinnen wir neue Paten oder sogar neue Mitglieder? Das sind wichtige Schwerpunkte, die wir bei allen Entscheidungen berücksichtigen. Damit kann eine Veranstaltung schon mal teurer sein als deren Einnahmen – aber sie darf nicht ein Vielfaches an Kosten betragen, die wir dann nicht mehr für die Versorgung unserer Notfellchen nutzen könnten.

Hier ist die Absprache aller Vorstandsmitglieder äußerst wichtig – viele Erfahrungen und regionale Unterschiede spielen bei unseren Entscheidungen eine Rolle. Und immer wägen wir ab, welche Entscheidung für den Verein am sinnvollsten ist.

Im Hintergrund: Die Teams im Kaninchenschutz

Um an all den Informationsveranstaltungen aber überhaupt teilnehmen zu können, müssen unsere Materialien zunächst einmal erstellt werden. Eigene Teams im Kaninchenschutz kümmern sich um die Erstellung der „Karotte“, unsere verschiedenen Broschüren, unseren Kaninchenschutz-Kalender und die Informationen zu unseren Patenkaninchen. Viele dieser Teams haben wir in den vergangenen Ausgaben der „Karotte“ vorgestellt. Die Arbeit aller Teams wird im Vorstand zeitlich und inhaltlich abgestimmt – so dass es keine Doppelarbeiten gibt und alle Materialien zum richtigen Zeitpunkt fertiggestellt sind. Die „Karotte“ erscheint aus diesem Grund zum Saisonanfang im Februar – so dass die aktuelle Ausgabe mit Beginn der Infostandsaison druckfrisch verfügbar ist. Die zweite Ausgabe der „Karotte“ und unser Kaninchenschutz-Kalender sind in der Fertigstellung im Juli geplant, so dass sie neben dem immer sehr erfolgreichen Verkauf über unseren Shop auch noch für genügend Informationsstände genutzt werden können.

Auch im Vorstand beantworten wir täglich viele E-Mails von ratsuchenden Interessenten, bekommen Hinweise zu Missständen, Fragen anderer Vereine, Presse- und Medienanfragen, Anfragen zu Kooperationen, Rückmeldungen zu unseren Zeitschriften oder unserem Newsletter, Mails von potentiellen neuen Mitgliedern oder manches persönliche Anliegen unser Mitglieder.

Eine gemeinsame Aufgabe

Mit der Wahl in den Vorstand sind wir aktuellen Vorstandsmitglieder alle auch in unseren bisherigen Teams geblieben. Wir finden das wichtig und sinnvoll – so können wir unsere aktiven Mitglieder wesentlich besser unterstützen, da wir ihre Bedürfnisse genau kennen. Wir arbeiten an der „Karotte“ mit, erstellen den Newsletter und den Kalender, gestalten Flyer und Patenaktionen mit unseren Teammitgliedern und berichten darüber im Vereinsforum und bei Facebook. Damit sind die Fragen unserer Mitglieder nicht mehr nur abstrakte Themen, in die wir uns erst einlesen müssen – ganz im Gegenteil, wir können direkt im jeweiligen Team reagieren und Fragen sofort beantworten oder uns um einen wichtigen Kontakt oder eine Schnittstelle kümmern.

Das alles kostet Zeit – die wir uns im Vorstand gerne nehmen, aber auch bewusst nehmen müssen. Wir haben uns alle 5 für die Vorstandspositionen beworben, weil wir mit unseren Mitgliedern im Verein etwas bewirken und umsetzen wollen. Wir haben viele Ideen und bringen viele Ideen aktiv in die Teams. Die große Vielzahl an Themen ist es, die die Arbeit im gesamten Verein sehr abwechslungsreich gestaltet. Alle Tätigkeiten müssen ineinandergreifen – hierbei helfen wir, und hierfür sind wir in der letzten Konsequenz auch verantwortlich.
Es ist ein wunderschönes Ergebnis zu sehen, wie der Verein weiter wächst, Pflegefellchen in der Sicherheit der Pflegestelle versorgt werden können, uns Mitglieder bei Veranstaltungen vertreten, wir neue Paten und Mitglieder gewinnen können - und wir gemeinsam erreichen, dass eine großen Zahl Kaninchen durch unsere Hilfe in ein besseres Leben starten können.

Kaninchenschutz-Ansprechpartner


Die aktiven Mitglieder im Kaninchenschutz e.V. sind für Sie da: Sie beraten per Telefon und E-Mail, helfen kompetent bei allen Fragen, die Besitzer im Umgang mit ihren Kaninchen haben, und sind im Notfall auch vor Ort, um Kaninchen zu retten oder eine komplizierte Vergesellschaftung zu begleiten. Vier unserer Mitglieder berichten über ihre Tätigkeit.

  • Jenny Heinz: Team Hotline und Ansprechpartnerin auf der Homepage

Ich bin schon lange als Ansprechpartner auf der Homepage gelistet, bekomme außerdem regelmäßig E-Mails oder Anrufe auch über die Hotline. Manchmal ist wochenlang Funkstille, und an anderen Tagen kommen täglich Anfragen. Vor einem Jahr bin ich von Sachsen Anhalt nach Bayern gezogen, und auch meine Tätigkeit als Ansprechpartner ist sozusagen mitgereist. Denn die allermeisten Leute schauen, dass sie eine Kontaktperson im eigenen Bundesland finden. Ich habe hier meine „Top 5“ der Themen zusammen gestellt, die am häufigsten die Leute zur Kontaktaufnahme bewegen:

    1. Ich suche dich!

    Knapper Spitzenreiter ist die Rubrik „Kaninchensuche“. Zum Glück geht der Trend zur richtigen Kaninchenhaltung mit mindestens 2 Tieren. Dann kommt es oft vor, dass ein Partnertier verstirbt und nun ein neuer Freund gesucht wird. Vor allem ältere Kaninchen sind heiß begehrt, wenn dann noch ein gesunder, älterer Kastrat gesucht wird, wird es schon knifflig. Viele Leute möchten natürlich ein Kaninchen in der direkten Nähe adoptieren, daher melden sich bei mir meistens Personen aus der Region Bayern. Ich verweise dann immer zu unserem Vermittlungsboard im Vereins-Forum oder nenne Tierheime bzw. andere Hilfsorganisationen in der Nähe.

    2. Zuhause gesucht

    Mindestens genauso viele Kontaktanfragen bekomme ich wegen einer geplanten Abgabe der Tiere. Meistens ist das Partnertier verstorben und nun soll die Haltung aufgegeben werden. Oftmals wird angenommen, dass wir ein örtliches Tierheim sind und selber Kaninchen aufnehmen können. Dann heißt es natürlich: Aufklären, der Kaninchenschutz kann keine Tiere selber aufnehmen, maximal bei privaten Pflegestellen.

    Um den Leuten dennoch helfen zu können, biete ich ihnen an, das entsprechende Tierchen für sie in unsen Vermittlungsbereich einzustellen. Ich schicke ihnen einen „Steckbrief“ zum Ausfüllen und wünsche mir noch ein paar schöne Fotos. Oder ich verweise ebenfalls an Tierheime, von denen ich weiß, dass eine adäquate Kaninchenhaltung gesichert ist. Natürlich gibt es auch Menschen, die nicht ganz so „motiviert“ sind und eigentlich das Tier nur schnell weg haben wollen. Dann appelliere ich an den guten Menschenverstand und bitte - im Sinne des Kaninchens -, das Tier nicht auf diversen Internet-Plattformen zu verschenken oder in Einzelhaltung zu geben.

    3. Hilfe, sie prügeln sich!

    Vergesellschaftungen sind ein wichtiger Punkt für uns als Ansprechpartner. Jeder, der schon einmal eine knifflige Zusammenführung hatte, weiß, wie gut es ist, wenn ihm jemand beratend zur Seite steht. Meistens rufen die Leute ganz aufgebracht und mittem im Geschehen an, aber es gibt natürlich auch die Fälle, in denen Kaninchen mehrere Wochen zusammensitzen und es nicht recht vorwärts gehen möchte. Da ist es schwierig, Ursachen aus der Ferne zu finden. Ich erfrage dann die wichtigsten Eckdaten (Geschlechter, Haltung, Zusammenführung usw.) und versuche, Tipps zu geben. Häufig braucht es einfach noch Zeit, die Kaninchen sitzen erst 1 oder 2 Tage zusammen, und es gibt den typischen „Fellflug“. Das verunsichert natürlich Kaninchenneulinge.

    4. Wir haben Nachwuchs

    Da ich auch als Ansprechpartner für Handaufzuchten gelistet bin, kommen auch ab und zu Anrufer mit Kaninchenwelpen. Erst kürzlich rief mich eine Erzieherin an, die im Kita-Gelände, direkt neben dem Sandkasten, einen Wurf Kaninchen entdeckt hatte. Wir konnten nach Rücksprache die Tiere dort belassen, was natürlich immer die beste Lösung ist. Aber es gibt auch die typischen Fundtiere und Erstversorgungsnotfälle. Ich versuche, mich dann auf das Wesentliche zu beschränken: Milch, Bauchmassagen, geeignete Unterbringung usw., und gebe dann Internetadressen für weitere ausführliche Informationen. Bei akuten Fällen tauschen wir meistens Telefon-Nummern oder E-Mail-Adressen aus, um noch weiter in Kontakt zu bleiben.

    5. Ja Kruzifix!

    Punkt 5 steht für alle „verrückten“ Anrufe, die ich schon bekommen habe. Da fragt man sich manchmal schon, wer da am anderen Ende der Leitung sitzt. Viele denken, ich bin im Kaninchenschutz beruflich tätig und werde für mein Ehrenamt bezahlt. Da war zum Beispiel der aufgebrachte Mann, der unter der Woche um 22 Uhr abends bei mir anrief und Fragen zur Vergesellschaftung hatte. Er stand mittem im Gehege und beobachtete die Tiere seit Stunden. Oder die Dame, die mich in den Sommerferien anrief, ob ich denn eine Urlaubsbetreuung kenne. Als sie mir dann erzählte, dass sie schon am nächsten Morgen früh um 7 Uhr in den Urlaub fahren wird, ist mir tatsächlich die Kinnlade heruntergeklappt. Und natürlich die Dickköpfe, die gar nicht verstehen können, dass sie mit einem Einen-Meter-Holzverschlag kein Kaninchen vom Tierschutz bekommen können. Eine ältere Dame hatte sich für unglaublich viel Geld von einem Tischler eine viel zu kleine Buchte bauen lassen, da kommt man natürlich schwierig mit Haltungsinformationen dagegen an. Deswegen bin ich über jeden Halter froh, der sich vor der Anschaffung der neuen Mitbewohner bei mir informieren möchte.


  • Heike Proempeler: Team Hotline und Ansprechpartnerin auf der Homepage



Ich bin seit vielen Jahren Ansprechpartner für Interessenten auf unserer Home- Homepage und außerdem an der telefonischen Hotline tätig - eigentlich schon, seit es die Hotline gibt. Dabei sind die Anrufe und ihre Menge sehr unterschiedlich: Mal kommen viele Anrufe rein, mal wenig. Wir sind im Team 5 Mitglieder, die sich die Telefonate teilen. Da ich berufstätig bin, nehme ich abends oder am Wochenende die Anrufe an.

Die Anfragen sind sehr unterschiedlich. Es geht um Zusammenführungen, Kaninchensuche, Kaninchenabgabe, Krankheiten, Gehegebau, Verhalten, Anschaffung und Haltung ... Auch meine Hilfestellung ist daher sehr unterschiedlich und sehr individuell. Bei Fragen zur Zusammenführung gebe ich Tipps und biete Hilfe vor Ort an, entweder direkt durch mich persönlich oder durch meine Vereinskollegen, je nach Ort. Bei der Kaninchensuche und auch der Abgabe dagegen verweise ich auf unser Forum, auf Facebook und die Tierheime. Geht es um Rat und Hilfe bei Erkrankungen der Kaninchen, ist natürlich der Tierarzt der erste Ansprechpartner.

Aber ich gebe Tipps, was Besitzer beim Tierarzt fragen und ggf. auch an Diagnostik machen lassen sollen, oder wo der Rat eines Spezialisten sinnvoll sein könnte.

Bei Fragen zum Gehegebau und dem Verhalten von Kaninchen gibt es auf unserer Homepage eine umfassende Zusammenstellung und jede Menge Informationen für Tierbesitzer. Bei diesen Themen verweise ich daher in den meisten Fällen auf unsere Kaninchenschutz-Homepage, unser Informationsmaterial und unser Vereinsforum, in dem die Interessenten sich persönlich mit unseren Mitgliedern und Forennutzern austauschen können und viele Tipps erhalten.

Auch Fragen zur Anschaffung und der Kaninchenhaltung bekomme ich. Hier berate ich dann nach dem aktuellen Stand und vermittele die „Basics“. Zusätzlich lenke ich die Anfragen auch hier auf unsere Homepage mit unserem ausführlichen Informationsmaterial zu allen Schwerpunkten und auf unser Vereinsforum. Für die Besitzer, die bei Facebook sind, verweise ich auch dahin.

Natürlich gibt es auch Anfragen, die ich nicht selbst beantworten kann. Hier leite ich Fragen an meine Vereinskolleg/innen weiter, die sich speziell mit dem erfragten Thema auskennen, oder ich gebe die Daten des Anrufers mit deren Einverständnis an die entsprechenden Kollegen weiter. Wir haben für alle speziellen Kaninchenthemen Ansprechpartner, vor allem in Notfällen: bei dringendem Handlungsbedarf wie zum Beispiel bei Handaufzuchten oder bei Tierschutznotfällen.

Die Anfragen, die ich als Ansprechpartner über die Homepage bekomme, sind in der Regel die gleichen wie an der Hotline. Hier ist nur der Unterschied, dass die Interessenten im Normalfall aus der Umgebung kommen und ich gezielte Tipps geben kann, die ortsgebunden sind.

  • Jacqueline Baumgärtner: Ansprechpartnerin auf der Homepage

Als Ansprechpartnerin kommen ganz unterschiedliche Anfragen - meist geht es darum, dass Kaninchen abgegeben werden sollen oder dass ein Partnertier gesucht wird, da ein Tier gestorben ist. In einigen Fällen habe ich auch geholfen, zu einem vorhandenen Kaninchen ein passendes Tier zu finden, wenn umliegende Tierheime nichts Passendes hatten.
Außerdem erhalte ich viele Fragen zu Krankheiten, die immer sehr ausführlich beantworten werden müssen, und oft geht es dabei dann auch um spezielle Fälle, die dann länger betreut werden. EC, Zahnprobleme und Otitis sind die meisten Fälle - und diese sind immer auch sehr pflege- und entsprechend beratungsintensiv. Es kam auch schon vor, dass ich die Besitzer zum Tierarzt begleitet habe, da sie dann doch etwas beruhigter waren und ich ihnen danach weiter beratend zur Seite stehen konnte.

Probleme bei Zusammenführungen gibt es auch sehr oft, und wenn die Antworten schriftlich nicht genügend erklärt werden können, greife ich auch oft zum Telefon oder betreue Zusammenführungen vor Ort. In seltenen Fällen mache ich die Zusammenführung dann auch auf neutra lem Boden bei mir. Fragen zur Urlaubsbetreuung kommen ebenfalls öfters vor - hier verweise ich entsprechend an andere Vereinsmitglieder. Sind die Besitzer in meiner Nähe, helfe ich auch mit einer Betreuung vor Ort aus oder nehme die Tiere, wenn der Platz vorhanden ist, bei mir auf.

Es gibt aber auch einige Fälle, die sich als dringende Notfälle herausstellen, in denen also sofort gehandelt werden muss: Das kann ein Kaninchen sein, das eingefangen werden muss, eine Haltung, die ganz katastrophal ist und man die Tiere nur noch zusammen mit dem Veterinäramt herraus holen kann, oder ein Besitzer, der ein schwerkrankes Tier hat und damit überfordert ist, das Kaninchen aber dringend kompetente Hilfe benötigt. In solchen Fällen helfe ich in meinem Umkreis immer persönlich, manchmal nehme ich dann auch selbst ein Tier auf. Ist der Notfall weiter weg, suche ich über unser Vereins-Forum Hilfe bei aktiven Mitgliedern, die näher vor Ort sind. Ernährungsfragen kommen ebenso vor - hier habe ich schon öfter im Sommer Kaninchenbesitzer zum Wiese- und Kräutersammeln mitgenommen.

Im Frühjahr und zum Herbst hin kommen viele Anfragen für das Bauen eines Außengeheges. Diese Beratungen sind auch immer sehr zeitintensiv, da die Leute es sich oft sehr einfach vorgestellt haben, ein Außengehege für die Kaninchen zu bauen. Um es aber richtig sicher zu machen, muss man einige Dinge beachten. Ich habe zum Beispiel jetzt einige Monate lang eine sehr nette Familie begleitet, die sich viel Mühe gegeben hat und alle Punkte entsprechend umgesetzt hat - so dass ein tolles Gehege für die Kaninchen entstanden ist, in dem bald ein paar Kaninchen aus dem Tierschutz einziehen dürfen. So macht die Beratung auch Spaß - wenn man sieht, wie sich die Besitzer Gedanken machen und sich sehr für die Tiere bemühen.
Ich finde meine Arbeit als Ansprechpartnerin sehr wichtig und abwechslungsreich. Sie trägt nicht immer Lohn für alle Mühe - aber dafür gibt es viele Fälle, in denen ich froh bin, dass ich helfen konnte.

  • Astrid Niederl: Ansprechpartnerin auf der Homepage

Als ich damals aktives Mitglied beim Kaninchenschutz e.V. wurde, bin ich auch recht bald Ansprechpartner auf der Homepage geworden. Ich finde dieses Aufgabengebiet unglaublich wichtig, da sich Betroffene direkt an jemanden wenden können - der bestenfalls noch aus der Region kommt.

Ich mache das mit sehr viel Herzblut und versuche, die Anfragen per E-Mail innerhalb von ein paar Stunden zu beantworten. Ich weiß ja selber, wenn jemand ein Anliegen hat, wie ungeduldig der- jenige auf Antwort wartet.

Obwohl auf der Homepage extra darauf hingewiesen wird, dass wir kein Tierheim sind, kommen meistens Vermittlungsanfragen. Oft sollen die Tiere am besten noch am gleichen Tag weg. Ich versuche dann oft, bei der Vermittlung zu helfen oder auch einen Tierheimplatz zu organisieren.

Am meisten liegen mir natürlich die Handicapanfragen am Herzen. Da bin ich sehr dankbar, wenn ich mit Rat und Tat zur Seite stehen kann. Da ich ja selber Pflegestelle bin und immer gehandicapte Kaninchen hatte, kann ich so manch wertvollen Tipp geben. Oft entstehen daraus monatelange Beratungen.

Leider gibt es an der Aufgabe aber auch unschöne Seiten. Wie erwähnt, reagiere ich immer sehr schnell und mit viel Herzblut. Viele Leute halten es aber nicht einmal für nötig, „Danke! zu sagen oder zurückzuschreiben, wenn nicht die gewünschte Antwort kommt. Das betrifft hauptsächlich die Abgabetiere.

Eine schöne Episode möchte ich noch berichten: Eine Freundin habe ich aus den Augen verloren, wie das eben so ist im Leben. Nach vielen Jahren hat sie sich Kaninchen zugelegt und nach Informationen im Internet gesucht. Und ist da auf unseren Verein und mich als Ansprechpartnerin gestoßen. Jetzt kann uns nichts mehr trennen - und ich stehe ihr und den Kaninchen hoffentlich immer hilfreich zur Seite.

Wie die Karotte entsteht


Der Kaninchenschutz e.V. veröffentlicht jedes Jahr 2 Ausgaben der Vereinszeitschrift „Karotte“. Doch wie entsteht die „Karotte“ eigentlich? Wir stellen hier die Arbeit des „Karotteteams“ vor und berichten, was alles dazugehört, um die „Karotte“ von der ersten Idee bis zur fertigen Ausgabe entstehen zu lassen.

Die aktuelle Ausgabe der „Karotte“ ist gerade gedruckt, an die Abonnenten, Mitglieder und für die Shopbestellungen ausgeliefert – da geht es auch schon an die Gestaltung der nächsten Ausgabe! Über 60 Seiten voller unterschiedlicher Themen - Vereinsbeiträge, Berichte über Pflege- oder Notfalltiere, spezielle Artikel rund um das Kaninchen – unsere Zeitschrift beinhaltet eine bunte Mischung aus ganz verschiedenen Beiträgen. Was sich mit der gedruckten „Karotte“ in der Hand so einfach lesen soll, erfordert eine umfangreiche Vorarbeit. Ein ganzes Team beschäftigt sich engagiert und über viele Monate mit der Gestaltung jeder einzelnen Ausgabe der „Karotte“, bis Sie die gedruckte Ausgabe endlich in der Hand halten können.

Wie geht es los?

Der erste Schritt für jede neue „Karotte“ ist einer der spannendsten: Das neue Layout muss gefunden werden! In der Ausgabe 2/2018 hatten wir einen schönen satten dunkelroten Farbton – welche Farbe soll es dann für die nächste Ausgabe werden? Jedes der Teammitglieder hat eigene Vorlieben und Vorstellungen. Fröhlich und ausdrucksstark muss es sein – da sind sich alle sofort einig. Eine fröhliche Farbe, die Lust auf den Frühling macht – denn die „Karotte“ wird Ende Februar zum Start der Frühlingssaison erscheinen.

Favorisierte Ideen waren sofort „knalliges Blau“ oder „helles Apricot oder Orange“. Um die Auswahl ein bisschen zu erleichtern und damit das fertige Bild besser vorstellbar ist, wird immer ein erster Entwurf mit möglichen Farben zur Auswahl in das Team-Arbeitsboard eingestellt. Jedes Teammitglied kann schreiben, was ihm am besten gefällt – meistens ergibt sich sehr schnell eine klare Tendenz. So finden wir recht schnell die Farbe für die nächste Saison.

Für die aktuelle Frühjahrsausgabe stand sehr schnell fest: Apricot soll es werden! Auch wenn die Auswahl diesmal wirklich schwer war und das Blau auch gefiel – wir werden ja noch viele „Karotten“ gestalten; eine der nächsten wird also in einem fröhlichen Blau erscheinen. Mit der Festlegung der Farbe kann es dann richtig losgehen. Die neue „Karotte“ wird für das Team schon ganz real - und hochmotiviert kann die Arbeit beginnen.

Die Wichtigste für jede „Karotte“: Die einzelnen Artikel

Natürlich ist das Wichtigste für jede neue „Karotte“, eine große Zahl spannender, interessanter oder lustiger Artikel zu erstellen. Schließlich müssen 60 Seiten erst einmal mit Inhalt gefüllt werden! Oft bekommen wir von Ihnen, den Lesern, Hinweise und Wünsche. Auch von unseren Forenusern gibt es viele Ideen, was sie sich als Leser für eine der nächsten Ausgaben wünschen. Berichte über die Arbeit in Tierheimen, Artikel über andere Tierschutzorganisationen oder Informationen über andere Tierarten waren das zum Beispiel, die wir alle in den letzten „Karotten“ umgesetzt haben. Aber auch lustige Artikel wünschen sich unsere Leser: Erlebnisse von Tierhaltern mit ihren Kaninchen, die jeder aus dem Alltag selbst kennt. Und natürlich muss in jede Zeitschrift ein Fachartikel eines Tierarztes mit hinein – auch hier finden wir immer eine abwechslungsreiche Mischung aus ganz verschiedenen medizinischen Fachthemen.

Sind die Themen im groben Überblick erst einmal gefunden, geht es an die Suche von Schreibern. Über unsere Vereinsmitglieder werden Tierärzte gefragt – gerade die Pflegestellen haben durch ihre oft versorgungsaufwendigen Pflegetiere viele intensive Kontakte zu ihren Tierärzten. Wir freuen uns immer sehr, wenn uns die Tierärzte mit diesen Artikeln unterstützen – diese Texte machen einen ganz wichtigen Aspekt in unseren Zeitschriften aus.

Autoren für die verschiedenen Themen zu finden, ist meist nicht schwer. Jedes Mitglied im „Karotteteam“ hat eigene spe- zielle Themen, über die es für die nächste „Karotte“ gerne schreiben möchte. Für viele andere Themen werden Vereinsmitglieder oder Forenuser gefunden: Almuth zum Beispiel hatte im vergangenen Jahr im Vereinsforum über die behutsame Aufzucht von drei Eichhörnchen berichtet – sie schrieb den Artikel in dieser „Karotte“ über die Aufzucht der kleinen Pflegetiere.

Mit Forenuserin Lena haben viele Leser mitgefiebert, als sie im Frühjahr 2018 unverhofft 6 winzige Kaninchenwelpen aufziehen musste. Wunderschöne Fotos entstanden daraus – und ein liebevoller Text für die letzte „Karotte“. Sandra Maier hat nach dem Tod ihres Kaninchens Muffin ein neues Partnertier aus dem Tierheim geholt – und erzählt uns von den ersten schwierigen, aber auch lustigen Erlebnissen und dem notwendigen einfühlsamen Umgang gerade mit Tierheimtieren.

Und ganz wichtig sind unsere Patentiere: Claudia Schulze hat – wie viele andere Vereinsmitglieder auch – unsere Kaninchenschutz-Pflegetiere in akuten Notfallsituationen übernomme und ihnen in oft tage- und nächtelangem Dauereinsatz ein Überleben ermöglicht. Über Malte, Kläuschen und Peer berichteten wir ausführlich in unseren „Karotten“. Astrid Niederl und Hope Reinicke erlebten ganz Ähnliches mit ihren Pflegetieren – auch sie erzählten ihre Geschichten hier. Nadine Noll zog letztes Jahr das einzige überlebende Kaninchenbaby aus einem großen Wurf auf – die kleine Haley lebt inzwischen bei Claudia Müller und erfreute uns in der letzten Ausgabe und auch in dieser „Karotte“ mit ihrer Geschichte. So entsteht sehr schnell eine große Vielfalt an emotionalen, spannenden oder auch lustigen Themen.

Es ist immer ein sehr intensiver Moment, wenn die Texte fertiggestellt sind und im Team für alle lesbar und zum Überarbeiten eingestellt werden: Jeder Text ist eine persönliche Geschichte, ein individuelles Erlebnis. Diese Gedanken das erste Mal zu veröffentlichen, ist immer ein ganz besonderer Moment.

Wie kommen die Fotos an die „Karotte“-Redaktion?

Mit den Fotos ist es ganz ähnlich: Viele der Artikelschreiber schicken uns ihre eigenen Fotos zu den jeweiligen Geschichten. So haben wir für fast alle persönlichen Artikel schon die schönsten Fotos. Hier gibt es auch fast keine Einschränkungen: Die Auflösung muss groß genug sein, ansonsten darf jeder Schreiber an Fotos mitschicken, was ihm gefällt. Natürlich wird bei allen Fotos spätestens beim Erstellen des Layoutes darauf geachtet, dass störende oder unruhige Hintergründe entfernt werden. Mit ein bisschen Ausprobieren und der geeigneten Platzierung in der „Karotte“ ist das meist recht einfach umgesetzt.

Eine zweite Möglichkeit, an wunderschöne Fotos zu kommen, sind unsere Pflegestellen. Hier entstehen zahlreiche tolle Fotos in hochauflösender Qualität – und in unseren Patentier-Threads sind viele davon auch im Vereinsforum veröffentlicht. Unser „Karotteteam“ sieht sich allgemein aufmerksam im Vereinsforum um – viele schöne Bilder werden einfach ganz zufällig entdeckt. Schnell ist der Besitzer der Fotos dann angeschrieben und um Erlaubnis zur Veröffentlichung gefragt.

Die dritte Quelle ist unser inzwischen ziemlich großes Kaninchenschutz-Fotoarchiv. Immer wieder haben wir mit unterschiedlichen Aktionen zur Gestaltung unserer neuen Veröffentlichungen wie Kalender, Newsletter oder auch unsere Facebook-Seite die Einsendung von Fotos zu bestimmten Themen aktiv angefragt. Hier erhalten wir so viele wunderschöne Fotos, dass wir sie gar nicht alle veröffentlichen können – und so übernehmen wir viele dieser eingesandten Fotos in unsere „Karotte“.

Und manchmal dürfen auch unsere eigenen Tiere die „Karotte“ lesen – so zum Beispiel Pepper und Lotte, die die Ausgaben 2018 aktiv mitgestaltet haben.

Text und Fotos sind da – wie geht es weiter?

Sind die Texte fertiggestellt und die Fotos vorhanden, dann wird es richtig spannend: Jetzt wird das Layout für jede Seite erstellt! Das ist dann meine Aufgabe. Aber es geht nicht einfach los. Bereits in der ersten Planung jeder einzelnen „Karotte“, wenn die verschiedenen Artikelthemen schon grob gefunden sind, erstelle ich eine Übersicht in einer Tabelle und versuche, die einzelnen Themen inhaltlich in einen Zusammenhang und damit in eine Reihenfolge zu bringen, in der sie später in der „Karotte“ erscheinen sollen. Inhaltliche Themen sollten möglichst zusammenpassen – und dennoch müssen komplexe Fachthemen immer wieder durch kurze Zwischenartikel aufgelockert werden. Hier ist eine bunte Abwechslung ganz wichtig: Längere Fachartikel wechseln sich mit spontanen kurzen Darstellungen ab, medizinische Themen oder Fachtexte aus dem Ernährungsbereich mit Fotogeschichten oder Pflanzenbildern. Diese Mischung macht unsere „Karotte“ später für den Leser spannend und abwechslungsreich.

Jeder Artikel erhält in der Planung eine ungefähre Seitenzahl, so dass wir besser kalkulieren können. Natürlich verschiebt sich später noch die eine oder andere Seite – aber das Grobkonzept steht sehr schnell. Diese Planung ermöglicht uns eine Team- arbeit, an der alle Mit- glieder aktiv und mit viel Spaß mitarbeiten können: Jeder einzel- ne Text und die zu die- sem Text eingereichten Fotos werden nun in das Layout übernommen – und sobald eine Doppelseite bzw. ein kompletter Artikel fertig ist, werden diese Seiten als Screenshot-Artikelvorschau im „Karotteteam“ bereits als Entwurf eingestellt. So ist das gesamte Team an der aktiven Layoutgestaltung jederzeit mit beteiligt – und muss nicht mehr warten, bis alle 60 Seiten komplett in das Layout übernommen wurden.

Diese Zusammenarbeit ermöglicht es uns innerhalb des Teams, sehr schnell zu reagieren und spontan immer wieder Änderungen und Anpassungen im Layout vorzunehmen. Immer wieder passiert es dabei noch, dass plötzlich eine Idee oder ein Thema auftreten, das wir unbedingt noch mit in die „Karotte“ nehmen möchten. So ist das jederzeit möglich – es wird einfach zwischendurch eingebaut.

Ganz wichtig ist auch, dass jeder Autor noch einmal seinen Artikel über diese Druckbögen überprüfen kann. Jeder Schreiber eines Textes bekommt die fertig gestalteten Seiten vorab zur finalen Freigabe zugeschickt. Ein toller Moment ist es, hier jeweils die Begeisterung der einzelnen Autoren zu erleben: „Toll sieht das aus, sooo schön!“, „Ganz klasse ist das geworden, ich freu mich schon auf die fertige Ausgabe!“ – das sind auch für uns im „Karotteteam“ immer wieder tolle Komplimente.

Ganz wichtig: Unsere Sponsoren!

Noch ein Bereich ist ganz wichtig: Jede „Karotte“ wird durch Anzeigen unserer Sponsoren oder Firmen aus dem Kaninchen- bereich mitgestaltet. Diese Anzeigen ermöglichen uns die fast komplette Finanzierung der Karotte – was für unseren Verein eine große Erleichterung ist! Um diese Artikel aber in die „Karotte“ zu bekommen, bedarf es im Vorfeld eines intensiven Kontaktes zu den Anzeigenfirmen: Wer möchte sich an der „Karotte“ beteiligen? Wie groß sollen die jeweiligen Anzeigen eingestellt werden? In der „Karotte“ bieten wir die Möglichkeiten einer halben und einer ganzen Seite, außerdem können Anzeigenkunden auch die Umschlagseiten nutzen.

Diese Vorgaben müssen später beim Layout unbedingt berücksichtigt werden, und die einzelnen Anzeigen müssen natürlich auch inhaltlich zu den Artikeln passen. Das muss jeweils sensibel mit berücksichtigt werden. Durch unsere flexible Arbeitsweise und der ständigen Anpassung in der Konzeptübersicht ist das unkompliziert möglich.

Abschließende Prüfung

Immer weiter wächst die „Karotte“, immer mehr Artikel werden nach und nach im Layout fertiggestellt und im Team vorgestellt. Die ersten Korrekturen aus dem Team kommen zurück und werden eingearbeitet. Alle Angaben werden doppelt überprüft: Stimmen angegebene Internetseiten oder QR-Codes? Sind alle Namen der Autoren richtig geschrieben? Und natürlich: Stimmen Rechtschreibung und Grammatik, sind alle Artikel fehlerfrei? Auch juristische Vorgaben müssen erfüllt werden – hier unterstützt uns vor allem Jana Dietz im Karotteteam, sie hat die abschließende Prüfung aller Angaben und zusammen mit dem Vereinsvorstand die letzte Entscheidung.

Die „Karotte“ kann in den Druck gehen!

Dann ist es endlich soweit: Die neue „Karotte“ ist fertiggestellt! Das „Karotteteam“ hat in den letzten Wochen bereits verschiedene Druckereien verglichen – idealerweise können wir nun das Layout an die ausgewählte Druckerei übertragen. Das ist nicht immer ganz einfach und bringt vor allem mich als Layouterin teilweise zum Verzweifeln.

Unsere „Karotte“ sieht im Layout als druckfertige PDF-Version wunderschön aus, doch die Druckerei meldet den einen oder anderen Einzelfehler in Farbe oder Bildauswahl zurück. Das ist wichtig – denn da wir leider keinen Einzeldruck vorab als Testexemplar zugeschickt bekommen können, muss alles stimmen. Unsere „Karotte“ durchläuft daher jeweils einen Experten-Prüfdruck der Druckerei sowie anschließend noch einmal einen Bildschirm-Prüfdruck, den sich alle Vorstandsmitglieder des Kaninchenschutz e.V. noch einmal ansehen können.

Aus der Erfahrung können wir sagen: Die Bildschirm-Prüfdatei musste bisher nie geändert werden – wenn wir den Bildschirmdruck erhalten, ist unsere „Karotte“ wirklich fertig. Das ist ein wunderschöner Moment – das erste Mal sehen wir die fertige Karotte zum Durchblättern am Bildschirm – mit allen Farben, allen Artikeln und allen Seiten fertig auf der Seite der Druckerei. Nun müssen nur noch unser Kassenwart Andreas die „Karotte“ bezahlen und unsere Shop-Versandstelle Maren über die in Kürze zu erwartende Großlieferung informiert werden – dann kann ich der Druckerei die endgültige Freigabe erteilen – und unsere „Karotte“ wird gedruckt!

Zeitgleich stellen wir das Coverbild mit einer Kurzinformation auf unserer Homepage, im Shop, im Vereinsforum und auch bei Facebook ein – nun kann die „Karotte“ bestellt werden!

Es ist immer wieder ein spannender Moment, wenn wir die fertige „Karotte“ dann in den Händen halten – wenn ich sie das erste Mal auspacken und „live“ sehen kann, und wenn ich mich dann jedesmal mit unserem „Karotteteam“ freuen kann: Die „Karotte“ ist toll geworden!