Kaninchenschutz e.V.

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Die bewegendsten Momente unserer Mitglieder


Auf dieser Seite möchten wir Ihnen Geschichten und Erlebnisse unserer Vereinsmitglieder vorstellen: Die persönlich bewegendsten, bedeutsamsten oder schönsten Momente in der Arbeit unserer Mitglieder, seit sie im Kaninchenschutz e.V. aktiv sind: "Dein bewegendster KS-Moment - Deine Geschichte!".

Das können Notfälle, eine gemeinsame Aktion, ein durchgeführter Informationsstand, eine besondere Beratung oder andere ganz persönliche Erlebnisse sein.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und danken allen Vereinsmitgliedern, die uns ihre Geschichten geschickt haben!

Astrid N.: Ida und Nora


Ende Juni 2016 brach meine Welt zusammen. RHDV-2! Es gab den Impfstoff noch nicht und es hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen, alle meine Lieblinge zu verlieren. Ich war so entmutigt und am Boden zerstört, dass ich selbst meine Kaninchenschutz-Arbeit nicht mehr fortsetzen konnte und von meiner aktiven Mitgliedschaft zunächst auf "passiv" ging.

Aber wie es so ist bei "Kaninchenverrückten": Es geht nicht ohne. Nach ein paar Wochen Pause kam ich wieder zurück, mir fehlten meine Vereinskolllegen und die Arbeit beim Kaninchenschutz, die mir so unheimlich Spaß macht.

Tja, und dann tauchten Ida und Nora auf. Vom Züchter bei einer unserer Pflegestellen "entsorgt" wegen ihrer Beinfehlstellungen. Die beiden berührten so mein Herz, es war wie ein Wink des Schicksals. Sie wurden ungefähr zu der Zeit geboren, als meine Lieblinge durch diese schreckliche Seuche sterben mussten.

Ida und Nora wurden Vereinstiere und bekamen "Kaninchenschutz-Status", das heißt, ihre medizinische Versorgung wird komplett durch den Verein übernommen. Natürlich wurden sie geimpft, ich wurde wieder Pflegestelle - und landete auch im Patenteam, meine absolute Leidenschaft!

Danke Ida und Nora, dass ihr mir zusammen mit Tomte meine Lebensfreude zurückgegeben habt ♡ !


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Ida und Nora wurden Kaninchenschutz-Patentiere der Monate August 2017 und Januar 2018. Zusammen mit Tomte Tummetott erhalten alle drei Kaninchen ab Januar 2018 den "Gnadenhofstatus" des Kaninchenschutz e.V. und können somit immer in ihrer aktuellen Pflegestelle bei Astrid N. bleiben. Wir freuen uns sehr für alle drei und hoffen, dass es ihnen weiter gut geht - und danken Astrid N. ganz herzlich für ihre liebevolle Betreuung!

Der Vorstand des Kaninchenschutz e.V.

Katharina Bö.: Notfall mit 300 Meerschweinchen und Kaninchen


Meine bewegendsten Momente im Kaninchenschutz waren während der Räumung der fast 300 Kaninchen und Meerschweinchen auf dem Grundstück in Velpke. Zwar war ich da noch nicht Aktive, das gab mir aber den Anstoß, im Kaninchenschutz aktiv zu werden.

3,5 Stunden Autofahrt haben Björn und ich auf uns genommen, um so vielen Tieren wie möglich zu helfen. Bevor es losging, haben wir noch schnell die Autos mit unserem besten Freund getauscht (weil er einen großen Kombi hatte), um möglichst viele Kaninchen zurück ins Düsseldorfer Tierheim nehmen zu können. 80 Plätze, 40 für Meerschweinchen und 40 für Kaninchen, hatte das Düsseldorfer Tierheim für unseren Notfall zur Verfügung gestellt. Wir haben im Vorfeld nicht gewusst, dass wir am Ende so unendlich froh über das große Platzangebot waren, denn mit dieser Menge an Tieren haben wir beim Eintreffen noch nicht gerechnet. Dementsprechend mussten während der Räumung mit der Polizei und dem Veterinäramt auch noch weitere Umzugskartons aus dem örtlichen Baumarkt beschafft werden. Zum Glück hatte ein anderer Aktiver in der Nähe Platz, um Tiere immer wieder "zwischenzulagern".

Mit Björn zusammen räumte ich ein Meerschweinchengehege aus. Es wurden gefühlt immer mehr Tiere als weniger. Karton für Karton haben wir mit etwa 10 Meerschweinchen gefüllt. Die Einstreu war sehr hoch und auch in den Häusern versteckten sie sich überall. Ein paar Kaninchen waren auch noch darin. Das Gehege befand sich in einer geschlossenen Garage. Die Tiere hatten weder Futter noch Wasser. Als ich eines der letzten Meerschweinchen in eine Box packte, hatte ich plötzlich Blut an meinen Handschuhen. Es sind Bilder, die mir nie mehr aus dem Kopf gehen. Dieses Meerschweinchenweibchen hat kurz vorher Babies geboren, die leider verstarben. Der Anblick war traurig und doch arbeitete man wie ein Roboter, um so viele Tiere retten zu können, wie es nur geht.

Im Stall nebenan haben die anderen Helfer die eingebuchteten, in Dreckställen sitzenden Kaninchen zuerst mit viel Wasser und Futter versorgt. Die Tiere haben getrunken, als gäb's kein Morgen mehr. Alle schmierigen Nippeltränken waren leer. Auch der Garten war total untergraben, überall Höhlen. Ständig lief einem wieder ein Kaninchen über die Füße. Am Ende saßen wir zugepackt mit fast 20 Umzugskartons und insgesamt 40 Meerschweinchen und 40 Kaninchen im Auto. 3,5 Stunden Autofahrt in ein schönes Leben. Alle Tiere haben die Fahrt überlebt, und wir waren so erleichtert, dass keines zerdrückt wurde oder erstickt ist. Ich bin so schnell gefahren, wie es nur ging. Ich hatte Tränen in den Augen und Angst um jedes einzelne Tier.

Im Zwischenlager wurde derweil weiter sortiert, dokumentiert, gepackt und nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten gesucht, denn mit so vielen Tieren haben wir nicht gerechnet und haben nur begrenzt Unterbringungsmöglichkeiten gefunden.

Am Ende konnte jedes Tier untergebracht werden. Das Tierheim Düsseldorf stand bei unserer Ankunft mit 5 Mitarbeitern parat, und das Ausladen in die schönen mit Einstreu, Futter, Wasser und Höhlen bestückten Zimmer ging sehr flott.

Dieser Tag ging mir tief unter die Haut und es sind noch immer Bilder in meinem Kopf von Kadavern oder sehr kranken Tieren, die ich nicht mehr wegbekomme. Dennoch würde ich jederzeit wieder helfen, denn wir haben fast 300 Tiere retten können. Die Räumung war absolut organisiert und es herrschte Teamarbeit. Jeder half jedem, mit Herz. Das war der Grund, wieso ich nach diesem Tag Aktive geworden bin.

Helfen mit Herz, nirgendwo war es so deutlich wie an diesem Tag, an diesem Ort.

Katharina Bö.: Dreharbeiten mit "Animal TV Köln"


Mein aufregendster Moment als Aktive war der Dreh mit dem YouTube-Kanal "Animal TV Köln" im November 2015.

Ich war so aufgeregt wie nie und habe mich auf alles Mögliche vorbereitet. Es sollte ein Interview mit Thema "Artgerechte Kaninchenhaltung" werden. Ich hatte nur eine begrenzte Zeit von 15 - 20 Minuten dafür. Anfangs dachte ich, die bekomme ich nie um! Schnell merkte ich aber schon bei Proben Zuhause am Spiegel, dass ich sooo viel erzählen möchte. Letztlich mit Kurzfassungen und dem geführten Interview habe ich aber alle Themen gut untergebracht.

Als Herr Grund zu mir in die Wohnung kam, war ich sehr nervös. Er hat Belichtung sowie überall Kameras aufgebaut. Ich fühlte mich anfangs sehr unwohl und war einfach aufgeregt. Schließlich sollte es doch bei den Menschen ankommen und die Kaninchenhaltung wenigstens in ein paar Haushalten verbessern. Nach und nach verlor ich aber die Scheu und wurde sicherer, schließlich ist es ja ein Thema, das ich mittlerweile aus dem "FF" beherrsche. Dennoch fallen einem nach so einem Interview abends im Bett noch sooo viele Dinge ein, die man hätte sagen können.

Gedreht wurde auch im Kaninchenzimmer, und auch kleine Handyvideos wurden eingeschnitten, um das Werk perfekt zu machen. Meine drei Kaninchen Kiwhy, Kuddel und Elaine haben gut mitgemacht und sich von ihrer besten Seite gezeigt.

Veröffentlicht wurde das Interview dann am 18.11.2015 auf YouTube - und bis heute hat es zumindest über 3.500 Menschen erreicht:

=> Interview mit "Animal TV Köln auf YouTube"


*) Bitte beachten Sie:
Das Interview ist 2015 aufgenommen worden, im Text wird die Impfung gegen RHD und Myxomatose empfohlen. Seit 2017 ist zusätzlich auch die Impfung gegen RHDV-2 erforderlich.

Franziska T.: Hilfe für eine schwerkranke Kaninchenbesitzerin


Meine Aktivität im Kaninchenschutz brachte mir nicht nur einen bewegenden Moment, sondern einige sehr bewegende Monate, die ich wohl nicht wieder vergessen werde.

Ich war über Weihnachten bei meiner Familie, als mich ein Hilferuf von einer Forennutzerin ereilte. Sie hatte gerade eine schlimme Krankheitsdiagnose erhalten und ein Krankenhausaufenthalt stand bevor - und sie wusste nicht, wie sie für diese Zeit die Versorgung ihrer Kaninchen gewährleisten sollte. Ich war zunächst erst einmal überfordert - denn ich hatte absolut keine Möglichkeit, Tiere bei mir aufzunehmen. Doch nach unserem Gespräch war klar: Ich würde die Betreuung der Tiere erst einmal übernehmen - bei ihr zu Hause, denn sie wohnte quasi in meiner erweiterten Nachbarschaft.

So lernte ich nicht nur zwei besondere Kaninchen, sondern auch eine extrem fürsorgliche Besitzerin kennen, der es leider wirklich schlecht ging. Fasziniert hat mich, dass mir beim ersten Treffen wie selbstverständlich ein Wohnungsschlüssel in die Hand gedrückt wurde, damit ich die Versorgung der Tiere übernehmen konnte. Sicherlich gab es in diesem Fall kaum eine andere Möglichkeit. Dennoch wurde mir Vertrauen ausgesprochen, was mich sehr überwältigte.

Da für mich selber in den nächsten Wochen und Monaten einige wichtige Dinge anstanden, hatte ich die Unterstützung für maximal einen Monat zugesagt. Doch es kam alles anders. Die gesundheitliche Situation der Kaninchenbesitzerin war leider deutlich schlimmer als angenommen - und sie und ihre Tiere waren wirklich auf Hilfe angewiesen. Und auch wenn mir eigentlich die Zeit fehlte, wusste ich gleichzeitig, dass ich sie nicht im Stich lassen konnte. Und so kam ich regelmäßig vorbei, brachte das Lieblingsfutter der beiden Langohren mit, half bei der Gehegereinigung und fuhr regelmäßig mit ihnen zum Tierarzt für Zahnkorrekturen.

Aus der kurzfristigen Unterstützung während eines Krankenhausaufenthaltes wurden Wochen und Monate. Oft habe ich darüber gestöhnt, dass ich nach einem langen Arbeitstag noch bei ihr vorbei musste, noch etwas einkaufen musste oder auch lange beim Tierarzt sitzen musste. Aber gleichzeitig habe ich so sehr gemerkt, wie wertvoll meine Arbeit ist. Nicht nur die Kaninchen, die natürlich auf Futter und eine Versorgung angewiesen waren, haben mir gedankt durch ihre Art und viele niedliche Momente. Auch ihre Besitzerin hat mir immer wieder gezeigt, dass es das Richtige ist, was ich tue, und dass es gut ist, dass ich meine Zeit hierfür "opfere".

Diese Zeit war für mich nicht immer einfach, aber doch eine ganz Besondere: Ich bin einem Menschen sehr nahe gekommen und konnte in einer so schweren Zeit da sein. Dieses Erlebnis hat mir wieder einmal vor Augen geführt, dass Tierschutz viel mehr ist als der reine Schutz von Tieren. Es ist ein komplexes Zusammenspiel von Tieren und Menschen. Und oft ist Tierschutz auch eine soziale Kompetenz.

Und so bin ich froh über diese sehr besondere, oft sehr schwierige, emotionale und teilweise auch wirklich traurige Zeit, die mir die Tierschutzarbeit beschert hat. Ich denke oft daran zurück, mit dem Wissen, mein Bestes gegeben zu haben - nicht nur für die Tiere, sondern auch für diejenige, die diese Tiere selber so sehr liebt.

Dieser Moment ist das, was Kaninchenschutz so besonders für mich macht: Man kennt seine Stärken, seine Aufgaben, die Dinge, die man viel und gerne macht. Und doch trifft man immer wieder auf Situationen, die man sich selber nicht zugetraut hätte - und die man am Ende doch meistert, weil es doch um eins geht: "Helfen mit Herz".



Das Foto zu dieser Geschichte ist ein sehr persönliches Bild von Franziska T. Es zeigt ein Phänomen, das sie einmal zusammen mit der kranken Kaninchenbesitzerin gemeinsam beobachtet hat und von dem sowohl Franziska als auch die Besitzerin immer wieder sehr fasziniert waren.